Streifzüge

Medien, Technik und Gesellschaft … im Fluß

Mein zweiter Blog: Wikilabor

Verfasst von Ludwig am Mai 18, 2008

Meine ersten Gehversuche als Blogger sind zwar auch erst kurze sechs Wochen alt. Aber das reicht schon um “Blut geleckt” zu haben. Der “Streifzüge”-Blog macht mir ziemlich viel Spaß. Die Lust darauf nimmt weiterhin zu, die Ideen wofür ich ihn verwenden kann erst recht.

Gleichzeitig reicht die Zeit auch zu sehen, über was ich im Sinne der “redaktionellen” Auswahl schreiben kann und was nicht. Z.B. nicht über technische Aspekte von Wikis (und Blogs), geschweige denn von Experimenten damit. Dabei arbeite ich mich gerade in dieses Thema ein. Seit einem Telefongespräch mit einem Informatiker (danke Phillip) weiß ich genug um jetzt konkret Software auszuprobieren und mein eigenes Wiki ins Leben zu rufen. Das PR-/Web 2.0-Wiki war und ist ein interessanter Test, aber jetzt möchte ich mehr.

Ich habe die Idee, diesen Auswahl-und Testprozess, meine Entwicklung, in einem zweiten Blog, dem Wikilabor zu dokumentieren (danke Lene für den Namen). In meinem Startartikel habe ich skizziert um was es inhaltlich gehen wird, eine ausführliche Begründung findet sich hier. Außerdem sind die gutgelaunten Experimente auch mit einer Projektidee verknüpft, die mittelfristig konkret werden könnte.

Die neuesten Beiträge im Wikilabor werden übrigens auf dem Blog selbst unterhalb der “Neuesten Artikel” auf der linken Seite angezeigt, inkl. der ersten Zeilen des Textes.

Bloggen ist schön!

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RSS sinnvoll nutzen: Unterschiede der RSS-Reader

Verfasst von Ludwig am Mai 18, 2008

Die Auswahl des RSS-Feedreaders ist im Grunde Geschmackssache. Der wesentliche Unterschied ist, ob sie auf dem eigenen Rechner lokal installiert werden oder webbasiert wie ein E-Mail-Konto sind. Den „richtigen“ gibt es nicht, und was heute für die eigenen Gewohnheiten passend ist muss es morgen nicht mehr sein. Ein paar Minuten ausprobieren reicht völlig für einen jeweiligen Eindruck.

Beim Umfang der Möglichkeiten unterscheiden sich die Alternativen durchaus, funktionieren tun sie alle. Beide haben Vor- und Nachteile.

Bei einer lokal installierten Lösung kann man sich sicher sein dass die Daten (Nutzungsgewohnheiten) nicht für irgend jemand sichtbar sind. Wer Privatsphäre mag wird das zu schätzen wissen. Vor allem Reader, die direkt in den Firefox-Browser integriert sind (Link und Link), bieten den Vorteil dass das Lesen der Feeds und Speichern der Lesezeichen an einem Ort stattfindet. Sehr übersichtlich, wie ich finde. Auch ein Pluspunkt ist die häufig überschaubare Ausstattung, die gerade für Einsteiger interessant ist. Ich nutze mein Einsteigermodell SAGE seit 2 Jahren bis heute, weil es mir reicht.

Dafür hat man eben nur auf dem eigenen Rechner Zugriff. Auch der Transport der Feeds als Datei zu einem anderen Reader ist nicht immer zufriedenstellend möglich.

Bei einer webbasierten Lösung wiederum hat man die Möglichkeit von überall auf seine Feeds zuzugreifen. Möchte man gern von unterschiedlichen Rechnern aus lesen? Dann wäre diese Lösung sinnvoll. Auch nicht schlecht: Bei Anbietern wie Google, Yahoo! oder Netvibes lässt sich der Feedreader gleich in das System anderer Dienste der Firma einbauen, so z.B. iGoogle.

Aber wie gesagt: Privatsphäre und Datenschutz. Ebenfalls einschränkend wäre, dass man auf webbasierte Reader nur Zugriff hat wenn Internet zur Verfügung steht. Eine lokale Lösung kann zwar ohne Zugang auch nicht aktualisiert werden, aber immerhin sind die bisherigen Texte verfügbar.

Im nächsten Artikel zum Thema stelle ich verschiedene RSS-Reader konkret vor, lokal installiert und webbasiert.

Hier findet sich die Hauptseite der Artikelserie zu RSS.

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Veränderungskommunikation und Komplexität

Verfasst von Ludwig am Mai 16, 2008

Nach einem gestrigen Gespräch an einem lauen Berliner Sommerabend dachte ich nochmal im Hinblick auf Veränderungsmanagement und –Kommunikation über einen Artikel nach, den ich vor ein paar Tagen unter dem Titel „Umgang mit wachsender Komplexität“ veröffentlichte. Aufhänger des Artikels war ein eingebettetes Video, in dem der sehr kurzweilige Prof. Kruse einige recht interessante Thesen zur menschlichen Psyche zum Besten gibt.

Wenn ich das recht verstanden habe definiert Prof. Kruse Intuition (ein Schlüsselbegriff) nicht als unbestimmtes Bauchgefühl, sondern als Ergebnis einer längeren Lerngeschichte und die Fähigkeit “komplexe Muster jenseits des Rationalen” zu verarbeiten. Falls damit Denkprozesse unterhalb der doch recht langsamen Schicht des Bewussten gemeint sind stimme ich zu.

Gerade wenn man die Trägheit von uns Menschen im Umgang mit Unbekannten (z.B. Arbeitsprozessoptimierung, Umstrukturierung, neue IT) im Blick hat, finde ich Bergers Begrifflichkeit weiterführend. Häufig reagieren wir gern entsprechend der Einstellung, es hätte doch bislang auch geklappt. Die bisherigen Gewissheiten (Lerngeschichte) werden nicht in Frage gestellt oder die Probleme projiziert.

Aus meiner Sicht unterschätzen wir meist völlig wie abhängig unsere gegenwärtigen Ansichten von den Rahmenbedingungen sind, in denen sie entstanden sind. Wie wichtig es ist, immer skeptisch gegenüber den eigenen “Gewissheiten” als etwas Vorläufiges zu bleiben, wie er sagt, “wach zu bleiben”.

Ich denke, Veränderungskommunikation ist eine enorme Herausforderung, wenn sie unter relativ hohem Druck diese Trägheit berücksichtigen und gleichzeitig deutlich machen muss, dass sich die Grundlagen der intuitiven Sicht geändert haben. Unsere Ansichten/Interpretationen der Umwelt überschneiden sich teilweise mit unserer Persönlichkeit, indem der Umgang mit der Umwelt bestimmte Verhaltenseigenschaften fördert. Wir werden was wir tun.

Dementsprechend wird aus meiner Sicht eine Korrektur an den Gewissheiten häufig auch als Korrektur der eigenen Persönlichkeit empfunden und naheliegenderweise erst einmal abgelehnt. Die Skepsis gegenüber unseren Gewissheiten bedeutet unausgesprochen auch die Skepsis gegenüber unseren Strategien im Umgang mit der Umwelt. Damit sollte man sensibel umgehen und ernst nehmen, denn permanente latente Skepsis ist eben auch anstrengend und fordert viel (Reife/inneres Gleichgewicht) von Menschen.

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