Wikis und Blogs „remixen“ Daten zu Information
Verflixt. Bei der musevollen Bloglektüre am frühen Sonntag Mittag stelle ich unmittelbar nach dem Schreiben eines Artikels über Wissensmanagement mit internen Blogs fest, dass ich zu fahrlässig mit den Begriffen Wissen und Information umgehe. Da muss ein Nachtrag her.
Aus Anlass der selten merkwürdigen und von mir geflissentlich wegen Irrelevanz ignorierten „Macht-das-Internet-doof„-Diskussion befasst sich Klaus Jarchow auf medielese.com (leicht polemisch und unbedingt lesenswert) mit dem Wesen der Information. In Abgrenzung zum klassischen Sender-Empfänger-Modell aus dem Kontext technischer Nachrichtenübermittlung macht er deutlich, dass die „Information“ kein Ding sei, das man hin und her verschieben könne. Eine Zahl ist erstmal eine Zahl, ein Wort ein Wort. „Information“ entsteht daraus, wenn eine subjektive Zuordnung „im Auge des Betrachters“ hergestellt wird. Eine Information ist immer auch eine subjektive Interpretation von Daten.
Zitat: „Seit den Anfangstagen der Kybernetik reden sich alle Forscher den Mund fusselig, dass ‘Information’ im Falle biologischer Systeme kein ‘Ding’ sei, sondern eine ‘kognitive Eigenleistung’ des Empfängers„. Danke, dass musste ich mir mal wieder bewusst machen…
Damit ergibt sich ein weiteres Argument für den Einsatz von Wikis und Blogs im Unternehmen. Der primäre Nutzen dieser Instrumente ist Vernetzung und Kontextualisierung. Gut, abgelegte Dokumente wie z.B. Präsentationen oder Ist-Analysen sind für sich gesehen auch keine reinen Datenspeicher wie z.B. Datenbanken. Sie kontextualisieren Daten (Zahlen und/oder Worte) ebenfalls in einem sinnvollen Zusammenhang und ergebnisorientiert. Ein guter Anfang, klar.
Der Witz besteht in meinen Augen daraus, dass Wikis (für langfristige Informationen) und vor allem Blogs hervorragende Möglichkeiten bieten Daten immer wieder neu in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Häufiger als früher und in quantitativ mehr Zusammenhänge.
Wer sich einmal bewusst einen Remix angehört hat weiß was ich meine. Von Coldplay gibt es einen Song („Clocks“?), der nochmal mit dem Buena Vista Social Club aufgenommen wurde. Gleicher Sänger, gleicher Text, aber das ganze Lied wirkt ganz anders. Der Text wirkt anders, die Worte (Daten) bekommen durch die Klangfarbe der Musik eine ganz andere Bedeutung (Information).
Wikis und Blogs können solche „Remixer“ sein. Gerade Blogs sind das ideale Medium für Storytelling.
Genug geschrieben. Die Sonne scheint, und der Rest ist privat…