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IBM: Wiki-Qualitätsmanagement durch die Community

13. August 2008

Ein lesenswertes Interview mit dem Chefstrategen (Zitat) Prof. Gunter Dueck von IBM fiel mir in die Hände, dessen Aussagen ich teilweise fast radikal finde. Dueck äußert sich zum IBM-internen Wiki namens Bluepedia. Es ist es eins der seltenen Interviews in denen einer so wiedergegeben wird wie er spricht. Begeistert, in Schlagworten wenn es sein muss. Zu Web 2.0-abstinenten Unternehmen sagt er wörtlich, “Die arbeiten wohl lieber hart als smart”.

Zuallererst wundere ich mich über den Verwendungszweck der Bluepedia bezüglich der Inhalte. “Alles soll rein. Alle Mitarbeiter, alle Kundenhistorien, alle Abkürzungen, alle wichtigen IBM-Prozesse, alle, alle, alle“. Ich finde das mutig und ungewöhnlich. Erst kürzlich äußerte die Geschäftsführerin einer kleinen Agentur im Gespräch zum Thema Wikis im Wissensmanagement die Befürchtung, dass schon bei unter 20 Mitarbeitern das Wiki unkontrollierbar und ineffizient werden würde. IBM hat über 70.000 Mitarbeiter, die alle dieses eine Wiki gemeinsam nutzen.

Dueck geht den umgekehrten Weg. Er sagt, dass es gerade bei Großunternehmen illusorisch sei zu erwarten, dass jemand top-down “echt gute Dokumente” reinstellen könne. Das zu verwalten sei auch eine Zeitfrage – was wiederum ein Kostenfaktor ist. Stattdessen stellt er Bluepedia als ein sich selbst regulierendes System dar: Es “muss nur mal jemand zwei Zeilen zu etwas schreiben, ein anderer schreibt ein paar Sätze dazu, ein Dritter verbessert nur stilistisch. Ich meine damit: Das geht”.

Damit es funktioniert betont er allerdings ganz klar die Selbstorganisation der Community: “Die muss sich von selbst begeistert zusammenfinden, mitmachen – und dafür muss alles ganz einfach zu bedienen sein und offensichtlichen Nutzen bringen. Die Community muss freiwillig kommen und alles nutzen, weil es nützlich ist und nicht, weil man das muss”. Dazu müssen aus meiner Sicht “Fayolsche Brücken” möglich sein: Die Selbstorganisation von Angestellten an Vorgesetzten vorbei und über Abteilungsgrenzen hinaus. So wie es nützlich erscheint und wie es die Themen nahelegen. Möglich ist es wenn die Zeit prinzipiell gegeben ist. Gegeben, nicht vorhanden.

Sehr schön finde ich darüber hinaus die Aussage, dass es sich dabei um die effizientere Organsation von Wissen handeln würde: In sogenannten effizienten Unternehmen, in denen Wissensmanagement zentral organisiert würde, sei Fachwissen häufig auf Spezialisten verteilt. Gut im Falle dass der Spezialist die Aufgabe erledigen könne, aber ineffizient wenn jemand auf dieses Wissen zugreifen müsse. Dann sei das Wissen kaum greifbar und die Suche danach würde hohe versteckte Kosten verursachen, die selten berücksichtigt würden.

Für mich bedeutet das im Hinblick auf kommende Enterprise 2.0-Projekte, noch stärker als bislang auf die Selbstorganisation zu vertrauen, dafür den individuellen Nutzen in Erfahrung zu bringen und zu bedienen.

One Comment leave one →
  1. Gunter Dueck permalink
    8. Juni 2009 21:05

    Hier steht alles ganz ausführlich:

    http://www.omnisophie.com/downloads/Bluepedia.pdf

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