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Medienkompetenz: Nachrichten werden sozial

11. April 2008

Ein Artikel der New York Times machte vor ein paar Tagen in Blogs die Runde (z.B. hier und hier), gern den Schlüsselsatz zitierend: „If the news is important, it will find me“.

Zusammenfassend geht es im Artikel darum, dass immer seltener Redaktionen die Auswahl der Nachrichten bestimmen, die wir lesen, sondern unsere Freunde und Bekannten. Informationen würden nicht mehr gesucht, sondern geteilt.

Grundsätzlich ist das nichts Neues. Schon immer waren Empfehlungen Fakt und haben einen hohen Stellenwert gehabt. Der Unterschied liegt allerdings in den relativ neuen technischen Möglichkeiten, die das Teilen von Informationen wesentlich erleichtern und beschleunigen.

Ok, angenommen der Trend setzt sich fort (mit Sicherheit), wie sehen die Konsequenzen dann aus? Ich glaube nicht an ein Szenario wie von Mark Pohlmann entworfen: dass reine Modethemen die Agenda bestimmen werden und die gesellschaftliche Basis mangels gemeinsamer Themen verloren geht. Für entscheidend halte ich seine Einschätzung, dass jeder Mensch prinzipiell „Schnittstelle, Filter und Katalysator“ werden wird. Mit dem Grad der Vernetzung steigt die Auswahl der Themen. Je mehr Themen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, wichtige oder für mich relevante Nachrichten zu empfangen.

Andreas Göldi sagt richtig, dass die „neue Methode der Newsselektion […] nicht nur effizienter angesichts immer weiter anschwellender Informationsmengen [ist], sie ist in vielen Fällen auch noch wesentlich zielgerichteter“. Nachrichten werden sozial.

Aber wie damit persönlich umgehen? Aus meiner Sicht erfordert diese Entwicklung neue Formen der Medienkompetenz. Nicht nur die Auswahl der Kanäle, auch das Filtern der Inhalte wird zunehmend wichtiger. Ich sehe es an mir selbst:

Der Fernseher wurde schon vor 10 Jahren entsorgt, die Streuverluste sind dabei zu hoch, DVDs bringen den gewünschten Inhalt. Printmedien lese ich nicht mehr, Ausnahmen sind tolle Monatsmagazine wie BrandEins. Nachrichten erreichen mich neben E-Mails und sporadischen Besuchen von Webseiten vor allem durch Blogs.

Die haben den Vorteil, dass häufig Enthusiasten sie schreiben und sie meist inhaltlich fokussiert sind – man kann sich damit ein eigenes Medienpanel zusammenstellen statt Portale a la spiegel.online dazu nutzen zu müssen. Im Griff habe ich die Blogs wiederum durch RSS-Feeds – die Nachricht kommt wann ich will und nur auf dem Kanal den ich auswähle. Das reicht für ungefähr 80 Webseiten/Blogs pro Tag. Und sollen es nur wirklich spezifische Themen sein empfehlen sich Aggregatoren wie der Google News Alert oder Filter wie Yahoo! Pipes.

Ich denke, in Zukunft werden wir uns, um Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, in einem permanenten Anpassungs- und Lernprozess befinden.

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