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Unternehmenskultur: Lernen durch Fehler

23. April 2008

„Aus Schaden wird man klug“. Wer kennt den Satz nicht? Er bedeutet aus meiner Sicht, dass Misserfolge bzw. Fehler Anlass zur Reflektion geben, die man beim zweiten Versuch vermutlich vermeidet. Oder noch besser, dass der Prozess als solcher optimiert wird. Aber bekommt man dafür Wertschätzung?

Kaum. Schon beim Blick in einschlägige Bewerbungsratgeber dominieren Tipps, die einem das Glätten der Biographie empfehlen. Nur keine Brüche, keine Zwischenphasen, keine Pausen. Unerträgliche Arbeitsverhältnisse oder Scheitern an den Aufgaben wird so zur „Suche nach neuen Herausforderungen“ umgedeutet. Lebensläufe werden auf diese Weise zu Dokumentationen einer reinen Siegesserie, aber realistisch werden sie dadurch nicht.

Es ist schonmal eine Sache, dass eine solche Erwartungshaltung nahezu unmenschlich ist – als Arbeitgeber als auch sich selbst gegenüber.

Und es ist eine andere, dass wir uns damit gesellschaftlich und ökonomisch ins eigene Bein schießen. Wer den Mum hat zu sagen, „ich kann es nicht“ oder „es klappt so nicht“, der ist offen für neue Ansätze. Offen für Innovation. Fehler und Scheitern zu tabuisieren ist schlicht ineffizient. Es kostet Geld.

Best-Practice, also das gute Beispiel besonders gelungener Ansätze, hat seine Berechtigung. Es ist lehrreich. Aber genauso lehrreich ist es zu betrachten, wie es nicht angegangen werden sollte. Hinter jedem Ergebnis steht ein Muster, das hinterfragt werden kann. Organisationen, die nicht lernen wollen, wiederholen Fehler. Mitarbeiter, die nicht scheitern dürfen, lernen langsamer.

Bei Annette Hexelschneider fand ich einen schönen Artikel zum Thema mit dem Titel „Misserfolg 2.0„. Einer ihrer Links führt zu einer Social Community names „The Mistake Bank„, die ausdrücklich dazu auffordert, eigene Geschichten des Scheiterns öffentlich zu machen, zu teilen und zu diskutieren. Und auch mal darüber zu lachen.

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