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IBM: Richtlinien für interne und externe Kommunikation

1. Juni 2008
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Vor ein paar Tagen wurde ich auf gleich drei Artikel aufmerksam, die sich mit den aktuellen Social Computing Guidelines von IBM auseinandersetzen. Darin legt IBM den internen und externen Umgang mit Social Media wie Wikis, Blogs, 3D-Welten, Social Networks etc. fest, wobei nach Aussage von Michael Gisiger im Wortgefecht-Blog diese Richtlinien charmanterweise wiederum in einem Wiki erarbeitet wurden. Gisiger übersetzte die für ihn wichtigsten Richtlinien für den Artikel, die sich zusammenfassen lassen mit: Transparenz sowohl der eigenen Idendität als auch des Bezugs zum Thema bzw. Kunden.

Wie auch KoopTech schreibt liegt der Schwerpunkt darin die Mitarbeiter zur Ehrlichkeit anzuhalten, wenn sie extern kommunizieren: Ehrlichkeit über den eigenen Namen, „glaubwürdig und authentisch zu bleiben“ und Aussagen immer als subjektive Einzelmeinung zu veröffentlichen.

Spannend werden diese Richtlinien im PR-Kontext, in dem Thomas Pleil unter der Überschrift „PR der Zukunft – Ermutigen statt kanalisieren“ darüber geschrieben hat. Ein wichtiger Beitrag wie ich finde. IBM gehört zu den Vorreitern der Firmen, die ihren Mitarbeitern nicht nur nicht verbieten sich öffentlich zu äußern, sondern akzeptiert haben, dass heutzutage prinzipiell jeder Mitarbeiter ein Sender in die Öffentlichkeit außerhalb des Unternehmens sein kann. IBM fördert dieses Verhalten sogar – wohl weil es zum einen nicht zu verhindern ist, wichtiger noch, weil das Unternehmen darin einen Vorteil sieht. Unter Berücksichtigung erwähnter Richtlinien natürlich.

Die letzten Wochen fanden sich in der PR-Blogoshäre einige Artikel, die sich mit dem veränderten Gewicht von Gerüchten auseinandersetzten, das durch die die neuen vernetzten sozialen Medien entsteht. Was früher „Flurfunk“ war und meist auch blieb, kann heute innerhalb von Tagen bei entsprechender Brisanz Stoff für überregionale Tageszeitungen werden. Vor diesem Hintergrund hakt Pleil in das Thema ein. Pleil macht nicht nur deutlich, dass Unternehmen in Zukunft immer seltener nur mit „einer Stimme“ in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, sondern ermutigt auch dazu, diesen Prozess als Gewinn zu sehen und entsprechend zu fördern. Kontrolle behalten zu wollen sei eh aussichtslos und darüberhinaus auch nicht wünschenswert – wie auch im Sinne der Arbeitsorganisation und Produktivität, wie ich finde.

Fast nebenbei wird deutlich, dass diese Richtlinien nicht starr zwischen „Innen“ und „Außen“ unterscheiden, sondern sich die Sphären überschneiden. Die Richtlinien beziehen auf beide Ebenen gleichermaßen. Auf die Verknüpfung beider machte Christiane Schultzki-Haddouti aufmerksam, die die Übersetzung eines weiteren Aspekts der Richtlinien beisteuert:

„Wichtig auch der Tipp, mit seinen Veröffentlichungen einen Mehrwert zu bieten. Dazu gehört auch erst einmal herauszufinden, wer bereits über ein Thema geschrieben hat – und dies zu zitieren. Falls man eine Referenz erweist, sollte diese mit einem Link verbunden werden.“ […]

Das lässt vermuten, dass IBM diesen Prozess mit ähnlicher Absicht vorantreibt wie z.B. Coremedia, über deren Innovations- und Kommunikationsstrategie ich hier einen Artikel verfasste. Es macht keinen Unterschied, wo über ein wichtiges Thema geschrieben wurde, intern oder extern. Was zählt ist die Verknüpfung der Beteiligten bei größtmöglicher Transparenz.

UPDATE:

Einen weiterführenden Artikel zum Thema, am nächsten Tag geschrieben, findet sich hier: IBM: Richtlinien dienen Wissensmanagement und Innovation. Der Artikel befasst sich auf Grundlage eines Interviews mit den von IBM beabsichtigten Effekten auf Wissensmanagement und Innovation.

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