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Lässt sich mit Web 2.0 Geld verdienen? Ich denke schon

4. Juni 2008
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Es häufen sich zurzeit die Artikel, die sich kritisch mit den Geschäftsmodellen der Web 2.0-Branche auseinandersetzen. Den Anfang dieser von mir wahrgenommenen Serie machte das Magazin BrandEins mit dem schönen Titel „Nach dem Rausch“ mit dem Schwerpunkt Social Networking und die nach wie vor unklaren Potentiale von personalisierter Werbung. Im Grunde wird im Artikel Web 2.0 synonym für Social Networking verwendet, was dem Sammelbegriff Web 2.0 nicht wirklich gerecht wird. Mark Pohlmann vom Themenblog stößt erstmal ins gleiche kritische Horn bezüglich Monetarisierung durch Werbeeinnahmen von Social Networking. Interessanterweise bleibt er aber bei dem einen Aspekt nicht und meint:

„Die eigentliche Wertschöpfung von Communities, Foren und Blogs ist, dass sie einen digitalen Aufenthaltsraum schaffe, den es vorher nicht gab. Es ist wie eine Strandparty. Sie ist eben auch kein Geschäftsmodell, kann aber sehr wohl geschäftlich genutzt werden. Zum Beispiel, um Getränke zu verkaufen oder gute Kontakte zu knüpfen, die woanders monetarisiert werden.“

Daran anschließend ist mein gedanklicher Ansatz für Web 2.0-Geschäftsmodelle sehr viel mehr auf den Mittelstand und dessen noch unerschlossene Potentiale in Bezug auf Kommunikation, Wissensmanagement und Innovation bezogen. In einem ähnlichen Sinne in dem sich Matthias Schwenk damit auseinandersetzt. Ich meine konkrete Dienstleistungen mithilfe von Sozialen Medien für Unternehmen, die eine konkrete Nachfrage bedienen.

Im Rahmen einer Projektidee, die ich an dieser Stelle skizziert habe, machte ich mir konkrete Gedanken zu diesem Thema. Ganz grob gefasst geht es ein branchenspezifisches Bedürfnis nach individuellem und kollektivem Wissensmanagement, das mithilfe eines öffentlich zugänglichen Wikis befriedigt werden könnte.

Aber wie damit Geld verdienen? Wer sich auch nur ein bisschen mit Wikis befasst hat weiß dass man die Zugangshürden so niedrig wie möglich halten sollte, um eine kritische Masse aktive Nutzer zusammen zu bekommen. Zugang zum Wiki und Editieren müssen kostenlos bleiben.

In der ersten Stufe – die auch ein fortlaufendes Standbein sein kann – liegt der Schwerpunkt auf Beratung zum Umgang mit Wikis für Wissensmanagement bzw. die Arbeitsweise damit. Lesenswert sind in dem Zusammenhang zwei Artikel des Multimediablogs einmal zu Training und einmal zu Consulting.

Kostenpflichtig könnte man den Zugang zu exklusiven Informationen machen: Wer ist der Urheber eines bestimmten Artikels? Wer hat dieses Spezialwissen, wenn ich einen Experten zu dieser Art von Dienstleistung suche? Wie lautet der Name und die Kontaktdaten? Wobei offen wäre, wer bezahlt? Der Urheber für die prinzipielle Sichtbarkeit oder der Suchende auf Nachfrage?

Eine weitere Möglichkeit wäre ganze Wikis für Wissensmanagement anzubieten – Expertise in Einrichtung und Administration wäre durch die erfolgreiche Einführung des Branchenwikis selbst gegeben. Sei es als interne Lösungen, öffentlich oder ganz elegant als integrierte zugangsbeschränkte Systeme innerhalb des Branchenwikis, wie es z.B. Twiki ermöglicht. Ein Subwiki könnte Verlinkungen nutzen und gleichzeitig Firmeninterna speichern.

In der zweiten Stufe, wenn kritische Masse im Sinne von erschöpfender Abdeckung einzelner Aspekte des Themas erreicht ist, würden Skalierungseffekte möglich werden: Ausdruck in Handbüchern von einzelnen Aspekten oder des ganzen Wikis, on demand möglicherweise und immer aktuell. Voraussetzung wäre natürlich eine entsprechende Lizenzierung der Inhalte…

Selbstverständlich gäbe es keinen Grund passende Werbung einzublenden, aber darauf verlassen würde ich mich nicht.

Ein solches offenes Modell würde auch der Empfehlung Andreas Göldis zum Geschäftsmodell gerecht werden: „Früh anfangen, ständig experimentieren, schnell anpassen“ – offen bleiben für Entwicklungen und Chancen, die sich unverhofft auftun. Ich denke, so könnte Web 2.0 als Geschäftsmodell auf einer niedrigeren Ebene funktionieren.

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