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Wikiverwendung bei Synaxon

22. August 2008

Andrea Back von der Universität St. Gallen, die den spannenden Business 2.0-Blog „BackontheFuture“ betreibt, veröffentlicht zurzeit in unregelmäßigen Abständen eine 9-teilige Serie eines Interviews mit Frank Roebers, dem CEO von Synaxon. Das Firmenwiki von Synaxon ist vermutlich das vielzitierteste und am besten dokumentierteste des deutschen Sprachraums, aber diese Serie ist eine empfehlenswerte Ergänzung.

In letzter Zeit befasse ich mich ganz gern weniger mit Wikis als vielmehr mit Blogs im internen Einsatz. Im ersten Teil des Interviews (siehe untenstehendes Video) gibt Roebers an, dass das Wiki eben nicht allein für sich genutzt wird, sondern von einem Blog ergänzt wird, um sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten und das Wiki zu ergänzen (vgl. hier). Außerdem wird nach wie vor E-Mail verwendet, um über Veränderungen von Wiki-Seiten auf dem Laufenden gehalten zu werden, die verändert wurden und auf der individuellen Beobachtungsliste stehen. Warum das per Mail geregelt wird und nicht über einen RSS-Reader läuft wird leider nicht erklärt und ist für mich weniger verständlich.

Da ich momentan an einer Wiki-Einführung in einer Kommunikationsagentur arbeite interessierte mich ein bestimmter Aspekt im zweiten Teil besonders: Roebers meint, dass wer Wikipedia nur als Recherche-Instrument nutzen würde und nicht Autor sei keine Chance zu verstehen hätte wie so ein Selbstregelungsmechanismus funktionieren kann. Dem kann ich nur Recht geben. Erst ein Experiment mit einem Wiki für privates Wissensmanagement eröffnete mir die Dynamik der Selbstregelung. Das ist  schwierig Leuten zu vermitteln, die selbst keine Erfahrung damit haben.

Der dritte Teil der Serie handelt von verschiedenen Nutzertypen. Wenn man die 90-9-1-Regel wortwörtlich nehmen würde dürfte kein Wiki der Welt funktionieren: So wird gerade mal 1 % der Nutzer von Sozialen Medien als häufige Beiträger klassifiziert, weitere 9 % als seltene bis gelegentliche. In Übereinstimmung mit Stuart Maders Wiki Patterns spricht Roebers von ganz unterschiedlichen Arten der Teilhabe, die über die reine inhaltliche Änderung hinausgehen und dennoch für die Lebendigkeit des Wikis wichtige Beiträge liefern: z.B. Design, Schriftbild, Struktur und Vertiefung durch Recherche und Verlinkung.

6 Kommentare leave one →
  1. 27. August 2008 10:18

    Hallo Ludwig, danke erstmal für den netten Bericht! Interessant zu
    Lesen😉

    Warum das per Mail geregelt wird und nicht über einen
    RSS-Reader läuft wird leider nicht erklärt und ist für mich weniger
    verständlich.“

    Das ist so nicht richtig. Natürlich verwenden einige User bei uns
    RSS-Feeds um der Informationsflut Herr zu werden. Für einige ist aber
    die E-Mail Option angenehmer. Wir arbeiten daran, unsere Mitarbeiter
    davon zu überzeugen, dass RSS Feeds eine gute Möglichkeit bieten um
    einerseits viel Information zu erhalten, andereseits aber auch die
    wichtigen Dinge nicht zu verpassen.

    Was sicherlich interessant ist, ist eine Lücke dabei zwischen Wiki und
    RSS Nutzung. Während für nahezu alle Mitarbeiter bei uns im Unternehmen
    das Wiki inzwischen ein selbstverständliches Arbeitsmedium ist, ist der
    Einsatz anderer Web 2.0 Tools noch nicht so selbstverständlich. Nach und
    nach nimmt aber sowohl die Anzahl der eingesetzten Tools (inzwischen
    nutzt jeder Jabber als IM während der Arbeit und ein Großteil tummelt
    sich bei http://www.snippr.de), als auch deren Nutzungintesität zu. Das Wiki
    hält aber noch ungeschlagen den Platz Eins mit bis heute sagenhaften
    42.630.303 Seitenabrufen und 128.591 Seitenbearbeitungen. Aber wir
    arbeiten dran auch die anderen Tools in den passenden Fokus zu rücken.

    Ein gutes Beispiel dafür, dass wir auch die Wikis nicht vernachlässigen
    ist die Neugestaltung des Portals im SOC: Wie das Wiki aussieht (und
    sich gerade verändert hat) welches auch für potentiell 15.000 User bei
    unseren Partnern (also zahlenden SYNAXON Kunden der Marken AKCENT,
    iTeam, microtrend und PC-SPEZIALIST aussieht hat Leonard Heilig, der für
    2 Monate bei uns ist in unserem Blog beschrieben.

  2. Ludwig permalink*
    27. August 2008 11:16

    Hallo Frederic,

    ich freu mich sehr über deine Antwort. Um ehrlich zu sein bin ich nicht wenig überrascht zu lesen, dass selbst bei einer IT-Firma wie Synaxon RSS keine Selbstverständlichkeit ist. Bei Hrn. Roebers hört es sich so an, als ob E-Mail nach wie vor Standard sei, bei dir, als ob RSS von der Mehrheit verwendet wird. Kann es sein dass die Widerstände gegen RSS relativ hoch sind? Dass die Einführung von RSS mehr Arbeit macht als die des Wikis?

    Hintergrund meiner Frage ist ein Konzept samt Angebot, das ich gerade für eine Kommunikationsagentur verfasse: Eine Wiki-Blog-Einführung auf der Basis von XWiki, das auch einen integrierten RSS-Reader beinhaltet. Bislang dachte ich daran, die sanfte Einführung des Wikis an RSS zu koppeln, hinterfrage das allerdings im Moment.

    In dem Zusammenhang habe ich eine weitere Frage: Hr. Roebers spricht im ersten Video bei 1:50 von Blogs, die das Wiki ergänzen. Da ich mich in letzter Zeit sehr gern mit internen Blogs auseinandersetze ( vgl. https://mlhoefer.wordpress.com/2008/07/09/internes-wissensmanagement-auf-blog-basis/ und allgemein https://mlhoefer.wordpress.com/tag/blog/) würde mich die konkrete Verwendung und Verzahnung mit dem Wiki sehr interessieren. Roebers geht hier leider gar nicht ins Detail. Ich würde mich dazu ein paar Informationen sehr freuen😉

    Viele Grüße, Ludwig

  3. 27. August 2008 13:16

    naja, ich spreche von einigen usern, nicht von der Mehrheit…😉

    Ein Hürde bei RSS – man mag es kaum Glauben – ist, dass unsere Wikis Passwort
    geschützt sind, so dass damit viele Reader ausgeschlossen werden (iGoogle und so weiter). Und damit auch die Feeds.
    Das Tool was ich verwende ist Newsfox, der nutzt die im FF gespeicherten Passwörter.

    Zudem haben wir zwar direkt mit dem konsequenten Einsatz des/der Wikis begonnen, nicht aber auch mit RSS Feeds. Und das nachzuziehen ist nicht so leicht und braucht Zeit.

    Zu den Blogs: Wir nutzen die Mini Suche von Google, die als Suchergebnis auch Blogbeiträge des SYNAXON Blogs ausspuckt. Zudem haben wir für interne Mitteilungen eine „Blog“ Extension installiert und für unsere Zwecke erweitert, in der wir Wiki intern Beiträge veröffentlichen – also als Quasi Rundmail Ersatz.

    Falls Du noch was Konkretes wissen musst, sag Bescheid!

    axo…und kannst Du bitte meinen Kommentar oben noch reparieren…😉

  4. Ludwig permalink*
    27. August 2008 19:19

    Danke für die Möglichkeit noch mehr konkrete Fragen zu stellen! Den Tipp zu Newsfox finde ich gut, den merke ich mir (XWiki löst das Problem durch einen integrierten RSS-Reader). Aus meiner Sicht macht ein Wiki, das nicht von Außen einsehbar und nutzbar ist nur wenig Sinn – gerade wenn man es i.S. einer Community einsetzen möchte und Projektmitglieder damit managed, die sich an verschiedenen Orten aufhalten.

    Ich würde gern den Kommentar repapieren und den Beitrag von Leonard Heilig verlinken, aber um ehrlich zu sein habe ich noch nicht gelernt mit der WordPress-Synthax umzugehen😉

  5. 27. August 2008 22:40

    ein geschlossenes wiki macht durchaus sinn. nicht die anzahl der user die draufkönnen zählt, sondern die anzahl der user die mitarbeiten und natürlich auch die qualität der mitarbeit.

    bei meinem kommentar reicht es, wenn du das blockqoute tag rausnimmst. du kannst mir aber auch gerne den quelltext schicken – ich schicks dann repariert zurück😉 frederic.hahn(at)synaxon.de

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