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Enterprise 2.0, Wissensmanagement und die erweiterte Wissenstreppe

17. März 2010

Zum Zusammenhang zwischen Enterprise 2.0, Wissensmanagment und der erweiterten Wissenstreppe nach North hat sich heute mit Thomas Strobel (Wissensmanager) eine spannende Diskussion ergeben. 2008 reflektierte ich in einem Artikel über den Einsatz von Blogs im internen Wissensmanagement. Meine These lautete: Blogs (und Wikis) können Daten und Informationen remixen (Link) – wie in der Musik. Daten und Informationen in neue Kontexte setzen und ihnen dadurch neue Bedeutung geben.

„… dass Information […] kein Ding sei, sondern eine kognitive Eigenleistung des Empfängers.

Thomas Strobel brachte in einem Kommentar vor wenigen Tagen die Wissenstreppe nach North mit ins Spiel (Link), die zeigt wie aus Daten Informationen werden, daraus Wissen, daraus Können und später Wettbewerbsfähigkeit.

In dem Zusammenhang machte ich auf die erweiterte Wissenstreppe aufmerksam, die ich bei Robert Freund im Blog fand (zur Vergrößerung anklicken):

Spannend an dieser Variante des Modells ist die Unterscheidung von Aspekten der Technik und denen den Menschen. Das Modell macht deutlich dass die Strukturierung von Zeichen zu Informationen ersteinmal eine technische Angelegenheit ist, Wissensmanagement aber etwas das zwischen Menschen stattfindet. Soweit so gut.

Aus meiner Perspektive interessant ist die Frage wie Soziale Software wie Wikis und Blogs hier ins Modell passen?

1) Im Original des Modells stehen sich „Technik“ und „Mensch“ gegenüber. Mensch beginnt dort wo die Technik aufhört, und die Technik ist nur für strukturierte Informationen zu gebrauchen.

2) Angenommen, ein fiktives Unternehmen möchte das Wissensmanagement technisch unterstützen. Das richtig sagt, vernetzte Information erzeugt Wissen, und Wissen im Anwendungsbezug ist Können. Das fiktive Unternehmen reichert in einem redaktionellen Prozess die dokumentierten Informationen durch größtmögliche Vernetzung untereinander an und die wiederum um möglichst ausführliche Anwendungsbeispiele. Klassisches Intranet.

In dem Fall verlängern wir das blaue Feld der „Technik“ nach rechts oben. Technik und Mensch stehen sich gegenüber und greifen nicht ineinander. Dann hat man ein angebotsgetriebenes datenbankgestütztes Wissensmanagement wie z.B. beim Maschinenbauunternehmen KSB seinerzeit. Es klappt nicht, war aber früher und lange üblich. Klappt nicht. Veraltet am Tag der Live-Schaltung, und niemals den Bedarf in Gänze abbildend.

3) Richtig spannend wird das Modell wenn man den Einsatz Sozialer Software im Enterprise 2.0 denkt. Im letzten Kommentar in der obengenannten Diskussion schrieb ich

„Tatsache, dass Blogs und Wikis einerseits “nur” Software sind, mit der man Informationsmanagement betreiben kann, sie aber gleichzeitig gelebtes Wissensmanagement sind auf individueller und kollektiver Ebene: […] Der Kontext, in dem der Beitrag entstand, ist für alle Leser nachvollziehbar. Pro, Contra, alle Argumente. Sogar ob die Diskussion eher auf der sachlichen oder emotionalen Ebene geführt wurde.“

Genau das lässt sich mit dem Modell der erweiterten Wissenstreppe gut abbilden: Wenn man das Feld „Technik“ nicht parallel zu „Mensch“ verlängert, sondern in einer Reihe abbildet. Dann überschneiden sich „Technik“ und „Mensch“.

Genau das passiert: Im Enterprise 2.0 haben wir die erstmals die Möglichkeit mit Hilfe der Software im Arbeitsprozess selbst implizites Wissen explizit zu machen, und zwar dauerhaft verfügbar und nachvollziehbar.  Das ist auch mit dem Begriff „Remix“ gemeint.

11 Kommentare leave one →
  1. 17. März 2010 23:26

    Hallo,

    im emotionalen sehe ich eine besondere Stärke der social software. Was nicht rezensiert wird ist schneller, lebendiger und wird lieber gelesen. Die Information erhält eine Wertung und damit eine Bedeutung.

    Der Terminus Mensch ist hier etwas irreführend, so richtig deutlich wird die Auswirkung der sozialen Software in der Betrachtung des Teams. Auf dieser Ebene entstehen die neuen Dinge.

    Roland

  2. 18. März 2010 10:07

    Roland, ich kann dir da nur Recht geben. Die Gegenüberstellung Technik vs. Mensch ist komplementär, aber eigentlich geht es um das Team. Wissensmanagement meint implizit wohl immer Mehrzahl.

    Ich gebe dir auch recht was die Entstehung der neuen Dinge anbetrifft, die an Teams geknüpft ist.

    Wir können jetzt noch den Begriff Emergenz einbringen: http://de.wikipedia.org/wiki/Emergenz Emergenz (ungeplantes Neues bzw. Eigenschaften des Systems, die nicht Bestandteil der Teile des Systems sind). Emergenz kann nur entstehen wenn das Team im Sinne des Modells „Vernetzung“ und „Anwendungsbezug“ möglich ist.

  3. 11. Mai 2012 12:30

    Liebe Fachkollegen: vielleicht helfen meine Gedanken zum Verhältnis von Social Software und Wissensmanagement (am Beispiel Mitarbeiterweblogs) dazu:
    http://books.google.de/books/about/?id=G24rqYMy72YC

    In der Praxist erweist sich die Wissenstreppe m.E. (genauso wie das SECI-Modell) eher als problematisch. Ich finde man kann die Probleme kaum präziser beschreiben, als es R.Capurro hier getan hat:
    http://www.agi-imc.de/isearch/DGI_publications.nsf/523f8badde1b869dc125725a006e79cb/0e9d7727ec8ee609c125782600487aa0?OpenDocument

    • 27. Mai 2012 14:29

      Hallo, und danke erstmal für den Kommentar. Ich hoffe ich komme in den nächsten Wochen dazu, mir die Links mal anzuschauen – und ggf. zu kommentieren. Bis dahin viele Grüße🙂

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