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Werkzeuge des Wissensmanagements: Raucherecke

5. Juni 2011

Gestern hatte ich wieder ein schönes Aha-Erlebnis in der Raucherecke unserer Firma, am Froschteich, wie und wo Wissen tatsächlich weitergegeben wird.

Eine Kollegin saß vor dem Gebäude auf der Bank und sonnte sich. Wir kamen ins Gespräch, und sie erzählte dass sie nachts zuvor zu spät ins Bett gekommen sei, die Steuererklärung hätte einfach nicht geklappt. Dieses Jahr hätte sie trotz aller Bemühungen nicht am Ende der Steuererklärung den genauen Betrag der Rückzahlung angezeigt bekommen. Sie hätte alles mögliche ausprobiert, nichts hätte funktioniert.

Ich konnte dem nichts beisteuern, da ich das Problem nicht kannte, dabei hätte es jetzt auch bleiben können.

Im Hintergrund hielt sich allerdings ein dritter Mitarbeiter. Er wartete bis zum Ende unseres Gesprächs, stellte dann eine ganz konkrete Frage nach dem Wortlaut der Fehlermeldung, konnte das Problem sofort benennen, die Ursache, und die Lösung gleich dazu🙂

***

In dem Moment wurde mir der Kern erst wieder richtig bewusst, um was es geht wenn wir über Wissensmanagement im Enterprise 2.0 sprechen, wenn wir über Collaboration sprechen: es geht darum Menschen zusammenzubringen. Austausch zu ermöglichen. Und zwar direkten Austausch. Möglichst unmittelbar, ad hoc.

Je größer das Unternehmen, je seltener Mitarbeiter die Gelegenheit haben sich informell in der Raucherecke, Teeküche, Kantine … auszutauschen, umso größer der Bedarf nach softwaregestützten Orten des Austauschs: Seien es Tools wie Microblogging, Blogs, Social Networks, Wikis und all das, das Ziel ist immer das gleiche, nur die Werkzeuge sind unterschiedlich, für unterschiedliche Zwecke.

***

Passend dazu machte sich Frank Hamm im Februar grundsätzliche Gedanken über den „Digital Social Workspace„, den ich kommentierte und den Frank dann ergänzte:

Ich schaue mir einfach nur das „real existierende“ soziale Leben in Unternehmen an und sehe: Kaffeeküche, gemeinsam Mittagessen gehen, Small-Talk über Wetter, die Kinder und den Verein und die Rush-Hour. „Soziales“ gab es schon lange im Unternehmen, bevor noch jemand an ein Intranet dachte. […]

Wenn ich mich „privat“ mit einem Freund über ein berufliches Thema unterhalte, und er gibt mir interessante Informationen – warum soll ich die nicht verwenden und ihm später kein Feedback geben […]

Das Intranet (bzw. der Digital Social Workplace) ist inzwischen soweit, viele dieser Beziehungen auch online abbilden zu können. Früher hat man Briefe/Memos geschickt, dann eine Email gesendet, jetzt gibt es schnell eine Instant Message mit der Intranetplattform (gelegentlich sogar 2 Stockwerke tiefer über Facebook). Es sind alles nur Kanäle, Medien, Plattformen, die Beziehungen abbilden und ermöglichen.

7 Kommentare leave one →
  1. 6. Juni 2011 10:14

    Hallo Michael, vielen Dank für den Verweis und die Erläuterung zum Thema Kaffeeküche/Raucherecke.

    Wir sollten uns mal wieder auf einem BarCamp treffen und einen Kaffee zusammen trinken🙂

    • 6. Juni 2011 11:25

      Grüß dich, Frank. Bin ganz deiner Meinung, das letzte Mal auf dem BCMUC08 ist nun doch schon eine Weile her. Ich war kürzlich erst in Nürnberg, wo ich mittlerweile wohne, du leider nicht. Ich freu mich auf jeden Fall auf die nächste Gelegenheit!🙂 Viele Grüße bis dahin, Ludwig

  2. 6. Juni 2011 14:29

    Eine tolle Geschichte, genau so funktioniert es🙂 Überraschenderweise wissen viele Unternehmen von diesem Benefit und richtigen teilweise extra bequeme Raucherecken für die Mitarbeiter ein – obwohl es ja nicht wirklich gesundheitsfördernd ist😉 Danke für´s Teilen!

    • 6. Juni 2011 17:26

      Ernsthaft? Es gibt Firmen die EXTRA bequeme Raucherecken für die Mitarbeiter einrichten, genau zu diesem Zweck?😀 Sachen gibt´s …

      Im Rahmen einer Veranstaltung von „Wissennetworx“, einer (früher) regelmäßigen Netzwerkveranstaltung zum Thema, war ich im Winter 09/10 mal bei einer Firma in der Münchner Schwere-Reiter-Straße. Das Thema lautete „WM und Architektur – wie die Gestaltung von Räumen WM-Prozesse erleichert“, oder so.

      Leider bloggte ich zu dem Zeitpunkt gerade wenig/nicht. Die achteten dort wirklich auf vieles: Z.B. Arbeitsinseln auf dem Flur für Ad-hoc-Gespräche mit Notizen, durchbrochene Wände, um für Transparenz und Sichtachsen zu sorgen, eine großzügige gemütliche Küche, zwei Räume für Kreativität (einmal zum sitzen und einmal zum Stehen, für den Kreativitäts-Quickie😉 ).

      Was es aber nicht gab waren gemütliche Raucherecken. Wenn die wüssten😉

    • 16. Juni 2011 09:37

      Ein Text, der super beschreibt, wie viel produktiver Austausch in Pausen etc. passieren kann. Ich bin trotzdem froh, dass wir zwar einen super bequemen Pausenraum haben, in dem aber nicht geraucht werden darf. Ist für mich als Nichtraucherin doch wesentlich schöner.😉

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