Skip to content

#bcnue4: Session-Erlebnisse und -Erkenntnisse (25.2.2012)

26. Februar 2012

First rule is: you DO talk about Barcamp!

***

Barcamp Nürnberg 2012 bcnue4 LogoDer erste Tag auf dem Barcamp Nürnberg 2012 war bunt und aufregend. 300 Leute anwesend statt 200 im letzten Jahr, viele viele Sessions und genug interessante obendrein. Das bedeutet aber auch dass man nie überall gleichzeitig sein kann. Schade eigentlich😉 Mein Bericht, was am 1. Tag des #bcnue4 passiert ist, ist deshalb ganz subjektiv. Auf folgenden Sessions war ich:

  1. Web 2.0, die politische Straße und die Struktur der Öffentlichkeit – am Beispiel der ägyptischen Revolution
  2. Yahoo! Pipes – Online Monitoring bauen
  3. Enterprise 2.0 – Soziale Innovationen (Diese Session wurde derart lebhaft, dass sie einen eigenen Blogartikel verdient. Hier entlang bitte)
  4. Kommunikationskonzepte mit Social Media
  5. Usability – warum Fahrscheinautomaten zum Schwarzfahren anregen und wir Autos nicht mit Joystick lenken
  6. Moderne Arbeitswelten – wie verändert sich „Arbeit“, und wie organisieren wir sie in Zukunft? Sind wir darauf vorbereitet? (Auch diese Session wurde derart gut, dass sie einen eigenen Blogartikel verdient. Hier entlang bitte)
  7. Microsoft Bashing
  8. Abendessen, Zwischenzeit bis zu den Night Sessions (Open Education)

***

12.00 Uhr: Web 2.0, die politische Straße und die Struktur der Öffentlichkeit

Referent war Christian (@wolfch), er promoviert gerade über Nahostforschung. Er untersuchte die Rebellion in Ägypten. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann war sein Anwendung der Habermas´schen Diskurstheorie, und zu untersuchen, inwieweit Web 2.0 tatsächlich eine Rolle gespielt hat in Ägypten. Meine Notizen sind ausführlicher, hier die Zusammenfassung:

Seine Thesen lauteten:

  • Es ist keine Trennung der Öffentlichkeitsstrukturen mehr möglich
  • Globalisierte Öffentlichkeiten erlauben keine strikte Unterscheidung zwischen Strukturen demokratischer und autoritärer Öffentlichkeitssysteme mehr.
  • Es gibt keine Netzgemeinde
  • Es war keine Facebook/Twitter-Revolution. Sondern Menschen haben es getan.

Um das zu belegen strukturierte er seinen Vortrag folgendermaßen:

  • Definition von Web 2.0
  • Die politische Straße – was ist das?
  • Rolle von Web 2.0 in Ägypten – was von wem wie?
  • Verständnis von Öffentlichkeit

Wenn ich mich recht erinnere zeigte er an der Stelle auch zwei Graphiken. Einmal die Struktur von Öffentlichkeit, wie sie Habermas seinerzeit verstanden hat, und zum andern eine moderne, angepasste Version, die ich fotografiert habe:

Die Diskussion fand ich für mich ein bisschen unbefriedigend. Der Beleg, dass FB/Twitter nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben, hat sich für mich nicht recht erschlossen. Andererseits wurden eine Menge weiterführende Fach-Fragen gestellt, da will man dann auch nicht stören😉

***

14.00 Uhr: Monitoring System basteln mit Yahoo! Pipes

Oliver Gassner war so nett uns Yahoo! Pipes vorzustellen, und wie man damit ohne Kosten sehr umfangreiche Filter- und Monitoringsysteme aufbauen kann. Er baute auch mal so ein System auf einem Barcamp am Bodensee, auf das er im Blog auch verlinkte. Hier ein Screenshot, und der Link dazu:

Die Demo haute nicht so ganz hin, aber der Use Case ging ungefähr so:

RSS-Feed eines Xing-Forums nehmen und filtern, ob bestimmte Begriffe drin vorkommen. Dann weiterverwenden, sonst blockerien. „RE:“ alle blockieren, und die Ursprungspostings nutzen. Dann weitere Quellen einbinden, weitere Foren, GTD-Seiten, … Wieder filtern nach bestimmten Kriterien. Ergebnis dann ist ein RSS-Feed, der eingebunden wird, um automatisiert auf Facebook Inhalte anzeigen zu lassen.

Interessant an Y! Pipes finde ich: es ist kostenlos und mächtig. Jede Pipe kann veröffentlicht werden, und ist dann für jeden sichtbar – und sogar kopierbar!🙂. Hier noch zur Ergänzung und „Selbstudium“ das Gassnersche Y! Pipes-Profil … Ich probier es sicher nochmal aus.

UPDATE: Thorsten Maue erzählt gerade (11.30 am Sonntag) in der Linkaufbau-Session, dass man mit Y! Pipes schön aggregierte Feeds aus 30 Quellen erstellen könnte, um die dann wiederum in der kostenlosen Version von ifttt zu verwenden🙂

***

14.00 Uhr Enterprise 2.0 – Soziale Innovation

Die Session war derart lebhaft und spannend, dass es einen extra Artikel dazu gibt – hier entlang bitte😉

… Die zweite These von Bachhuber schloss direkt daran an, denn er meinte, da Web 2.0 eh genutzt würde, würde sie auch im Unternehmen eingesetzt werden, und damit quasi zwangsläufig die Unternehmenskultur ändern. Womit er einigen Widerspruch erntete ;-)

***

15.00 Uhr Keine Session besucht, getratscht …

***

16.00 Uhr Kommunikatonskonzepte / Usability

Zuerst ging ich zu „Kommunikationskonzepte mit Social Media“ von @steadynews. Dann, und nicht bald darauf, zu „Usability – ungefähr warum Fahrscheinautomaten zum Schwarzfahren verleiten und Autos nicht mit Joystick gelenkt werden“.

Kommunikationskonzepte war sehr gut besucht. Mir war aber schnell langweilig, weil es nichts Neues bracht. Uwe, der länger drin saß, meinte dass es guter Vortrag für Kunden gewesen sei, die vom Thema nichts verstehen, aber für typisches Barcamp-Publikum. Schade eigentlich …

„Usability“ war dafür wieder wesentlich kurzweiliger, bei Johannes (@n61_reklame). Daher hab ich die Einleitung nicht mitbekommen, und gebe wieder wie es ab 16.15 Uhr passiert ist😉

#bcnue4 Usability

Folienscreenshot aus der Usability-Präsentation

  • Beschränkungen schaffen Usability. Weil sie die Auswahl einschränken, wie etwas verwendet werden kann, und damit falsch verwendet werden kann. Bestes Beispiel: SIM-Karten. Die haben eine abgeschränkte Ecke, und deswegen kann sie auch nur auf exakt eine richtig in den Schacht eingegeben werden
  • Problem 2-Dimensionalität: wie zeigt man auf Flächen dass es nicht nur nach links oder rechts geht, sondern auch nach hinten.
  • Usability-Beispiel Fernbedienung: Selbst bei teuren Anlagen bekommt man öfter visuell völlig unstrukturierte Fernbedienungen, kennt jeder. Sehr schönes Beispiel (Fotos) von einer mit Klebeband abgeklebten Fernbedienung für Mutti, die so nur die wichtigsten Tasten sieht. Plus Beschreibung🙂
  • Grundsätzliche Frage wurde aufgeworfen: wie gehen wir mit dem Problem um, dass die Gesellschaft altert, und die Technik gleichzeitig komplexer wird? Beispiele waren Seniorenhandys, Apple-Produkte, die kleine WMF-Kaffeemaschine, und als Gegenbeispiel „richtige“ große Maschinen … Ein Beispiel wurde noch genannt von einer Frau: sie habe eine alte Spiegelreflexkamera, mit der sie gern fotografiert hätte. Kürzlich habe sie sich eine moderne Spiegelreflexkamera gekauft, die alles kann, was sie will. Und trotzdem liegt diese Kamera im Schrank – zu kompliziert.
  • Noch ein Positivbeispiel für gute Usability: „touch and travel“ der Deutschen Bahn – hier der Link zur Webseite. Es funktioniert ungefähr so:  Der Automat fällt weg. Man steigt ein und wieder aus. Erfasst wird die Position des Smartphones über Funkzellen. Die Fahrt wird „angemeldet“ über die „touchpoints“ an Bahnhöfen, und abgerechnet über die Mobilfunkrechnung. Der Witz dabei ist, dass es mit RFID-Chips in der SIM-Karte klappt, selbst wenn das Telefon ausgeschaltet ist. Ich nehme also an dass es sich um passive/induktive RFID-Chips handelt. Ein weiterer Begriff, der in dem Zusammenhang fiel, war NFC-Chip > Near Field Communication. Finde ich spannend.

***

17.00 Uhr Moderne Arbeitswelt (Coworking)

„Gastgeber“ war Stefan Probst vom Coworking Space Nürnberg (@entresol). Auch diese Session war so gut, dass ich einen eigenen Artikel darüber schreiben werde. Aufhänger war auf jeden Fall die Ankündigung von IBM, in Zukunft von Festanstellungen abzurücken, und nur noch auf Freelancer-Basis arbeiten zu wollen. Wir machten uns eine Menge Gedanken darüber, inwieweit das in Zukunft ein Massenphänomen wird, und was das für die Organisation von Arbeit und Leben in Zukunft bedeutet. Hier entlang zum Artikel bitte …

***

Abendessen

Aus der Microsoft-Session ging ich schnell wieder raus. Die war gut besucht, weckte aber nicht recht mein Interesse nach der anregenden Session zu Arbeitsformen. Stattdessen ging ich zum Abendessen, traf zu meinem Vergnügen wieder Stefan (@entresol), und führte mit ihm das Gespräch fort. Wir sprachen weiter über moderne Arbeitsformen, dann über Open Hardware und schlussendlich über Open Education – wohl eins seiner Steckenpferde …

Open Hardware (Tolle Linksammlung von Projekten) fand ich spannend – ein Thema das ich bis dahin noch nicht recht auf dem Schirm hatte. Open Hardware steht im Grunde für Hardware, die nach lizenzfreien Bauplänen hergestellt wird. Stefan nannte mir eine spannende Seite, die ich mir noch anschauen werde: http://www.arduino.cc/.

(c) Wikipedia zu "Mikrocontroller"

Stefan nannte als Problem, dass heutige Hardware fast immer nicht mehr „begreifbar“ ist, vor allem seit Notebooks und Tablets. Man kommt nicht mehr an die Technik ran, die das System ausmacht, und hat so kaum noch Möglichkeiten die Funktionsweise zu begreifen – grundsätzlich ungut, vor allem aber im Hinblick auf Kinder, die so von Lernmöglichkeiten abgeschnitten werden. Da waren wir uns einig.

Arduino wiederum setzt dort an und ist wohl ein sehr simples günstiges Stecksystem für Microcontroller, mit dem man einfache, günstige Systeme bauen kann, die sich auch noch schrittweise erweitern kann.

Wen das Thema „Open Hardware“ interessiert, ich musste sofort an folgendes Video auf ted.com denken,“Marcin Jakubowski: Open-sourced blueprints for civilization“. Der Mann baute sich seine eigenen Traktoren und stellte die Baupläne zur Verfügung:

Stefan nutzte das als Einstieg in das Thema Open Education. Parallel zu Open Source und Open Hardware sagt Wikipedia zu Open Education folgendes:

Open Education bezeichnet ein Konzept der Wissensvermittlung über das Internet, das einerseits auf freien Lernmaterialien (vgl. Open Educational Resources, Open Access) und andererseits auf allgemein zugänglichen Lernplattformen basiert. Open Education ist nicht gleichzusetzen mit E-Learning, nutzt aber dieselben technischen Mittel.

Eigentlich war Stefan gerade dabei zu skizzieren, wie er sich sein „Open Education“-Projekt vorstellt, und welche Rolle lizenzfreie Hardware dabei spielen soll, aber in dem Moment stieg ich aus. Genug für einen Tag🙂 …

Blogger lieben Kommentare und Diskussionen! Wie ist deine Meinung dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s