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#bcs5: Lässt sich Social Media mit Spiritualität erklären?

26. September 2012

Ich liebe Barcamps! Je länger wir Menschen im „eigenen Saft schmoren“, desto größer die Gefahr dass wir den für uns sichtbaren Ausschnitt der Welt für die Welt selbst halten… Um mich da selbst davor zu schützen gehe ich z.B. auch gern auf Barcamps, z.B. das Barcamp Stuttgart (#bcs5) vergangenes Wochenende😉 Jan Theofel, der als Organisator übrigens wieder einen tollen Job gemacht hat, hatte auch mindestens eine Session. In dem Fall konkret zu:

„Lässt sich der Erfolg von Social Media, z.B. der von Facebook, mit Spiritualität erklären?“

Ich geb´s zu, eine solche Fragestellung allein ist so derart weit von meinen üblichen Denkmustern entfernt, dass ich einfach teilnehmen MUSSTE. Und für alle die nicht dabei waren hier meine Notizen:

Jans Grundannahmen

Jan setzte ein paar Gedanken als gegeben voraus, und kommunizierte sympathischerweise gleich zu Beginn, dass die Session keinen Sinn für den macht, der schon diese Annahmen diskutieren will😀 Hier seine Annahmen, so wie Jan sie skizziert hat – und ich es notieren konnte:

  • Gedanken formen was wir erleben. Klingt für mich nach „was wir erleben haben uns sozusagen gewünscht“. Jan sei kein wirklicher Fan dieser These seit eine bekannte Verfechterin dieser Idee an Krebs gestorben ist. Lässt sich auch schwer erklären …
  • Typisch menschliches Verhaltensmuster: Gefühle bekommen oft diejenigen ab die greifbar sind, nicht diejenigen die die Gefühle ausgelöst haben. Oft weiß man das selbst nicht.
  • Erleuchtung: Jan teilt die Idee dass man als Individuum Teil eines großen Ganzen ist, sozusagen Teil eines Gesamtbewusstseins. Ich bin nicht nur ich, sondern jeder. Wenn das stimmt dann gibt es „du“ und „ich“ nicht mehr. Sondern „Eins“. Er meint: wenn das wahr ist, dann will man dahin, will ein Teil des Ganzen sein. Denn wo kein Ich, da keine Sorgen mehr, die den Alltag des Ichs ausmacht
  • Unendlichkeit ist unendich groß und ziemlich unvostellbar

Die Diskussion

Jan Theofel vor der SponsorenwandWie das immer so ist gibt es Äußerungen, die zum Thema passen, und solche, die eher off topic sind. Hier stichwortartig die Aspekte, die tatsächlich was mit der Ausgangsthese zu hatten, dass sich der Erfolg von Social Media mit Spiritualität erklären lässt:

Social Media selbst:

  • Jan meint vom Erleben her ist Social Media / das Netz / das Internet unendlich –  man entdeckt immer wieder Neues, es verändert sich laufend, auch durch das eigene Wirken. Er sieht da eine klare Parallele zu seinen Annahmen zur Spiritualität
  • Innerhalb von Social Media seien wir ein Teil vom Großen Ganzen. Facebook z.B. wird als „unendlich“ erfahren, und als „irgendwie sind alle da“ – das würde ziemlich gut zu den Annahmen zur „Wunsch nach Gesamtheit / Gesamtbewusstsein / Universalität“ passen.

***

Jan stellte dann die Frage, wie man in den Zustand kommt man Teil vom Einen zu sein? Das sei etwas, das man bewusst anstreben könne. Parallele zu Social Media sei gegeben, weil vieles gegeben wird ans Ganze (Demut). Auch Barcamp seien ein gutes Beispiel, weil an das Große Ganze vieles gegeben wird, um ein Teil davon zu sein: Infos und Wissen. Man tritt zurück, ist als Einzelperson nicht so wichtig, manchmal riskiert man auch mal sich lächerlich zu machen. Aber das passt dort. Hauptsache man ist dabei, gibt Kontrolle ab

***

Im Anschluss wurden noch einige Themen angeschnitten. Der größte Teil davon handelte von der Frage, ob die Nutzung von Social Media nun den Wunsch nach Auflösung der Individualität ausdrückt, oder umgekehrt der Ich-Werdung dient?

  • Alexander meinte, als Twitterer hätte man ein Authentizitätsproblem beim Schreiben, weil man darüber identifiziert wird: „was schreib ich, wie kommt das an“
  • Jan sprach das Beispiel re:publica an: Dort stünden eben nicht Themen oder die Gemeinschaft  im Vordergrund, sondern einzelne Personen, deren Charisma > Social Media könne also so und so funktionieren
  • Jan sprach außerdem eine bestimmte Art von öffentlichen Äußerungen an, die jeder kennt: Posts, die auf Mitgefühl ausgerichtet sind, und ein bestimmtes Kindheitsmuster wiederspiegeln: „Mir geht´s nicht gut, dafür bekomme ich Aufmerksamkeit“ (eigentlich ein Widerspruch zur These der „Gesamtheit“?)
  • Paula brachte dann beides zusammen. Aus ihrer Sicht spiegelt die Art, wie Social Media funktioniert, spirituelles Handeln. Aus ihrer Sicht sei das vergleichbar mit dem Prozess, der sich beim Yoga zeigt: Suche nach „Einssein“ würde mittelfristig erstmal ein Erstarken des Egos mit sich bringen, bevor wieder der Wunsch nach „Gesamtheit“ in den Vordergrund tritt

 

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