Skip to content

Collaboration als Teil des Innovations-Managements? (2): Ein integrierendes Modell

5. November 2012

Quelle: http://www.pixelio.de > wrw

Kürzlich befasste ich mich in einem Artikel mit dem Zusammenhang von Innovationsmanagement und Collaboration (Link), und ob man beides nicht zusammen denken sollte? Dabei definierte ich „Collaboration“ nicht nur als Zusammenarbeit, sondern auch als fortlaufendes soziales Lernen. Und mir stellte sich die Frage, ob man Collaboration nicht gleich als einen Teil des Innovationmanagements denken sollte? Ich denke schon.

Ausgangspunkt der nachfolgenden Überlegungen war die Betrachtung von Ideenmanagementsystemen. Ich fragte mich woher die Ideen eigentlich kommen können, die damit diskutiert und bewertet werden? Woher kommen die NEUEN Ideen?

Im ersten Artikel zum Thema schrieb ich folgende Kernsätze:

  • Eine ausdrückliche Collaboration-Umgebung mit passender Unternehmenskultur ist ein Ort im Intranet, in dem ausdrücklich neue Dinge entwickelt werden können: In einer Collaboration-Umgebung kann eine Idee aus dem lokalen Rahmen systematisch entwickelt werden, erst mit wenigen, dann mit einer steigenden Zahl von Beteiligten.
  • Mit einer funktionierenden Collaboration-Umgebung umgeht man das Problem Innovationen innerhalb bestehender Strukturen umsetzen zu müssen: Abgesehen von Managementfragen wie der nach der Zuteilung von Ressourcen kann zumindest der Collaboration-Bereich eines Intranets als relativ autonomer Bereich konzeptioniert werden, der ausdrücklich für Entwicklungszwecke zur Verfügung steht.

Zweck eines Innovations-/Collaboration-Modells

Nicki Borell zitierte ich im ersten Artikel zum Thema neue Ideen folgendermaßen: „„Ein Nachteil dieser Mitarbeiter ist es, dass sie irgendwann wieder eingefangen werden müssen. Prozesse, Ideen, Lösungen und Prozesse, egal wie dynamisch und orthodox sie entstanden sind müssen irgendwann in ein geregeltes Umfeld überführt werden“.

Das ist der Ansatzpunkt dieses Artikels. Wie kann die Überführung von neuen Ideen in ein geregeltes Umfeld aussehen? In welchem Zusammenhang mit anderen Quellen von Ideen kann man das setzen.

Deshalb möchte ich hier ein Modell entwerfen, das Collaboration (als Teil des Wissensmanagements) in das Innovationsmanagement integriert. Als konzeptioneller Rahmen, anhand dessen  dessen der Einsatz von Features im Sharepoint geplant werden kann / Anforderungsanalyse. Und auch als Hilfe, um zu vermeiden diese konzeptionellen Anforderungen isoliert voneinander zu betrachten. Im folgenden baue ich das Modell Schritt für Schritt auf:

1.) Klassisches Innovationsmanagement

Der klassische Innovationsmanagement-Prozess geht von einer Idee aus, die Schritt für Schritt ausgearbeitet wird. Das Konzept wird nach einer Entwicklungphase in einem Prototypen umgesetzt, der wiederum auf den Markt gebracht wird. Woher eine Idee kommt ist dafür irrelevant.

Für das was folgt ist davon nur die erste Phase der Ideenfindung interessant. Zur Übersicht, welche Phase im Innovationsprozess hier abgebildet ist, bleibt dieses Phasenmodell im oberen Rand eingeblendet.

Im nächsten Schritt habe ich ebenfalls „klassische“ Quellen für neue Ideen in das neue Modell integriert. Das eigene Management, Partner und Lieferanten, und vor allem die eigenen Kunden sind Quellen für Ideen, die Innovationen zur Folge haben können.

Zweckinduzierung / Pull-Prinzip: Beides meint das gleiche. Pull-Innovationen sind bedarfsinduzierte Innovationen. Sie entwickeln sich aus konkretem, benennbarem Bedarf heraus, die einen Ideenfindungsprozess auslösen – wie auch immer der im einzelnen aussieht. Diese Ideen fließen im nächsten Schritt in die Bewertungsphase ein:

Zur Vergrößerung bitte anklicken

***

2.) Erweitertes Innovationsmanagement

Der unter 1.) dargestellte erste Schritt in einem Innovationsprozess bringt Ideen zu Dingen, die man bereits benennen kann. Nun bin ich aber davon überzeugt dass wir Menschen immer in einem bestimmten Mindset denken. Dass unsere bisherigen Erkenntnisse oder auch nur die dem zugrundeliegenden Annahmen festlegen, was wir im jeweiligen Moment zu denken imstande sind. Wirklich NEUE Ideen, die ein Unternehmen vom Wettbewerb abheben können, die neue Geschäftsbereiche oder Anwendungen erzeugen, werden so eher selten erzeugt.

Das Modell erweitere ich deshalb im nächsten Schritt um das Gegenteil von Zweckinduzierung / Pull-Prinzip, nämlich (Halb-) autonome Induzierung / Push-Prinzip: Das meint Ideen von unterschiedlich hohem Neuigkeitsgrad, für die ggf. erst eine Anwendung gefunden werden muss. Vor allem aber sind es Ideen, die eben nicht aus einem Bedarf heraus entstehen, sondern zufällig, durch Grundlagenforschung, durch Neukontextualisierung von Bekannten. Vereinfacht gesagt als Ergebnis eines Lernprozess.

Ähnlich wie „Kunden, Partner, Manegement“ gehe ich davon aus dass es auch im Bereich der (halb-) autonomen Induzierung bestimmte Ideen-Auslöser gibt. Deshalb habe ich fünf Aspekte der Zusammenarbeit aus einem meiner vorangegangenen Collaboration-Artikel in dieses Modell integriert. Darüber hinaus habe ich diese fünf Aspekte der Zusammenarbeit um 90° gedreht, sodass jetzt „Ad hoc“ am weitesten von den zweckinduzierten Anlässen der Ideenfindung entfernt ist:

Zur Vergrößerung bitte anklicken

***

3.) Innovationsmanagement-Modell inkl. Collaboration (als Teil des Wissensmanagements)

Jetzt kommt der Teil der Collaboration als Teil des Wissensmanagements in dieses Innovationsmodell integriert. Wissensmanagement ist aus meiner Sicht zwingend ein Teil eines Innovationsmagement-Systems. Neue Ideen müssen irgendwie erzeugt werden, und am besten man baut als Unternehmen IT und Prozesse integriert.

Diese Integration ist die Absicht im nächsten Schritt. Die linksstehende Matrix habe ich bereits in meinem zweiten Collaboration-Artikel ausführlich erläutert.

Es geht darum, dass in einer Matrix, die die Variablen „Grad der Komplexität“ und „Anwendungsbezug des Gegenstands“ abbildet, sich unterschiedliche und wohlbekannte Formen der Wissensvermittlung kategorisieren lassen. „Collaboration“ ist demnach die höchste Form der Wissensvermittlung, weil unter hoher Komplexität und hohem Anwendungsbezug Wissen nicht dokumentiert, sondern lernend vermittelt wird. Das deckt weniger Standardprozesse ab, sondern emergentes Handeln (Link zu Vertiefung)! Hier entsteht Neues.

Übertragen auf die Modellskizze in Schritt 2.) kann man sagen, dass auch in Abteilungs-Zusammenarbeit, in Teams und Projekten können neue Ideen entstehen, aber die Wahrscheinlichkeit steigt je näher man zu Communities und Ad-hoc-Austausch kommt. Deshalb habe ich diese beiden im Modell einfach als „Collaboration“ bezeichnet, und die ganze Komplexitäts/Anwendungs-Matrix in das Innovationsmanagement-Modell übertragen. Collaboration wäre nach diesem Verständnis eine weitere Variante eines Ideenfindungsprozesses:

Zur Vergrößerung bitte anklicken

***

Fazit

Was leistet dieses Modell? Ich für mich habe dieses Modell mit Stift und Papier schrittweise entwickelt, weil mich einige Fragen umgetrieben haben:

  • Woher kommen (wirklich) neue Ideen in einem Innovationsprozess?
  • Wie kann man sie systematisch in einen Innovationsprozess einspeisen?
  • Welche Rolle spielt Wissensmanagement für einen Innovationsmanagement-Prozess?
  • Macht es Sinn Wissensmanagement, Collaboration und Innovationsmanagement als integriertes System zu denken?
  • Und falls ja, wie müsste dieser Zusammenhang aussehen?

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist dieses Modell, das damit einen konzeptionellen Rahmen für den Aufbau eines entsprechenden IT-Systems (mit Sharepoint) bilden kann. Sozusagen ein Big Picture, um die Zusammenhänge nicht aus den Augen zu verlieren.

 

6 Kommentare leave one →
  1. 6. November 2012 06:43

    I do agree with all the concepts you have introduced in your post. They are very convincing and can certainly work. Nonetheless, the posts are too quick for novices. Could you please extend them a bit from next time? Thank you for the post.

    • 16. Januar 2013 11:46

      Hi. Thanks for commenting on my post. I have to admit that i forgot to answer …😉. By the way, i have a question regarding your comment: What exactly do you mean that the posts are too quick? Do mean the frequenzy of publishing? Or do you mean content itself, that should be spread over several posts?

      Greetings from Munich

Trackbacks

  1. Sollte man Collaboration als Teil des Innovationsmanagements denken? Teil 2: Ein integrierendes Modell | Innovation & Zukunft | Scoop.it
  2. Sollte man Collaboration als Teil des Innovationsmanagements denken? «
  3. Collaboration, Wissensmanagement, Enterprise 2.0: Mein persönliches Begriffsverständnis «
  4. Innovationsmanagement: Corporate MOOC ist Methode kollaborativer Entwicklung |

Blogger lieben Kommentare und Diskussionen! Wie ist deine Meinung dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s