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20 Jobs der Zukunft … und warum mich der „Corporate Disorganizer“ anspricht

16. September 2013

In den letzten Tagen stieß ich irgendwo auf Twitter auf eine schöne Präsentation auf Slideshare.net, deren Inhalt 20 voraussichtliche Jobs der Zukunft sind. Mir hat sie gut gefallen, auch fand ich fast alles irgendwie plausibel. Meine Favoriten dabei sind:

  • Corporate Disorganizer
  • Curiosity Tutor

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Ich könnte mir vorstellen in Zukunft zu arbeiten als: …

1. Corporate Disorganizer

An Expert that shuffels hierarchies in companies to create start-up culture or organized chaos„.

Warum finde ich das wichtig? Stark beeinflusst hat mich Peter Kruse, u. a. das folgende Interview mit ihm. Es geht um die systemischen Rahmenbedingungen, die Kreativität erlauben und erzeugen – worauf selbstverständlich kein Unternehmen verzichten kann. Die – aus meiner Sicht – wichtigsten Aussagen für diesen Kontext habe ich darunter mal aufgeschrieben:

***

Kernaussagen:

  • Kreativität lässt sich nicht erzeugen oder fordern. Sie lässt sich nur durch systemische Rahmenbedingungen ermöglichen > indirekte Möglichkeitsräume
  • Einer der indirekten Möglichkeitsräume von Kreativität ist Diversity
  • Intelligente Systeme sind immer Systeme, die mit internen Spannungsmustern arbeiten
  • Interne Spannungsmuster erzeugen instabile Phasen > Instabile Phasen erzeugen die Möglichkeit zum Übergang zu neuen Ordnungsmustern

  • Empfehlung daher: Spannung im System erhöhen!
  • Einheitlichkeit vermeiden. Harmonische Systeme sind dumme Systeme
  • Wenn neue Ordnungsmuster erwünscht sind, dann muss die Unterschiedlichkeit im System erhöht werden. Störungen zulassen, Netzwerke ermöglichen > erzeugt Kreativität im System
  • Empfehlung: Systeme bauen, die stören. Systeme, die nicht stören, sind immer stabilitätsorientierte Systeme

Systeme, die nicht stören, sind nach Kruse immer stabilitätsorientierte Systeme. Aber sie sind dann keine kreativen Systeme. Das ist ungefähr wie ich die Jobbeschreibung und die Notwendigkeit des „Corporate Disorganizer“ verstehe. Der Corporate Disorganizer erzeugt systematisch in einem gewissen Rahmen Störungen, um der Trägheit des Systems „Unternehmen“ entgegenzuwirken.

Vor allem gilt das, wenn man voraussetzt dass unsere Gesellschaft hierarchische Management-Muster seit Jahrhunderten eingeübt hat. Das ist „Kultur“, und zwar tief verankert. Das ändert sich nicht einfach so, das muss systematisch betrieben werden. Das stelle ich mir wie ein Auto vor, bei dem man Gas geben muss, damit es über die Grundgeschwindigkeit im jeweiligen Gang hinaus beschleunigt.

komplexe_systeme_ulrich_probstWenn man dann noch voraussetzt, dass die Komplexität in den das Unternehmen umgebenden Systemen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik weiter zunehmen wird, steigt auch die Anforderung an Unternehmen Vielfalt im System zuzulassen und zu erzeugen, um kreativ zu bleiben.

Meine Gedanken über MOOCs im Unternehmen sind letztlich genau in dieser Hinsicht gemeint, wenn ich von „Innovationsmanagement“ und „Change Management“ spreche.

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2. Curiosity Tutor

UnbenanntA personal advisor in flaenuring. An advisor that not only provides inspiration, and content to spark curiousity, but one that teaches the art of discovery„.

Die Jobbeschreibung sehe ich in Kombination mit dem Corporate Disorganizer, vielleicht auch in einem Team, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Unternehmen benötigen eine gewisse gesteuerte Unruhe, um lebendig zu bleiben, Dinge in Frage zu stellen und sich weiterzuentwickeln – Wandel eben. Unruhe und Wandel bringen Organisationen und Individuen aber vor allem dann was, wenn man sich darauf einlässt. Sonst ist die Unruhe nur Belästigung, und wird nicht als Chance gesehen. Eine Chance sind Unruhe und Wandel immer dann, wenn Offenheit und eben Neugier auf das Neue bestehen.

Zwar halte ich Menschen von Natur aus für neugierig, sehe aber gleichzeitig systembedingte Abnutzungserscheinungen in Schule und am Arbeitsplatz. Lernen und Fortbildung ja, aber bitte nur in den vorgegebenen Wegen, für vorher definierte Zwecke. Das ist richtig und wichtig, aber nicht alles.

Wenn man voraussetzt, dass die Geschwindigkeit des Wandels in Unternehmen auch in Zukunft zunehmen wird, wird es aus meiner Sicht notwendig sein Neugier der Mitarbeiter gezielt zu fördern. Damit sie sich auf Wandel einlassen, Ideen entwickeln und Change Agents werden können.

***

P.S. Kruse spricht im Interview von „Kreativität“. Das Schreiben dieses Artikels veranlasste mich ein wenig über diesen Begriff und seine Wichtigkeit nachzudenken. Ein Video von Gary Hamel, der über Management 2.0 nachdenkt, veranlasste mich heute spontan zu überlegen, ob „Kreativitätsmanagement“ statt „Wissensmanagement“ der bessere Ausdruck dafür ist, worüber ich – auch in diesem Blog – gern nachdenke. Aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel …

 

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