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Mein aktuelles 3-Ebenen-Verständnis von Wissensmanagement

7. April 2014

In letzter Zeit denke ich wieder viel über Wissensmanagement nach, und welche Ebenen es gibt, die ich als SharePoint-Consultant bei der Konzeption eines Intranets beim Kunden berücksichtigen sollte. Indirekt war es der Umgang mit komplexen Herausforderungen, die mich wieder auf das Thema gebracht hat.

Die folgende Graphik fasst zusammen, wie ich aktuell die Dimensionen des Wissensmanagements wahrnehme, auch in einer chronologischen Entwicklung. Gute Frage, ob das so stimmt, aber für mich stellt es sich so dar. … Der jeweils darunterstehende Text listet die typischen Fragen und Anforderungen auf:

Entwicklung des Wissensmanagements

Bereich 3) „Verbindungen im System“ ist davon der neueste Ansatz, und einer der noch nicht allzu oft Teil der Diskussion ist, wenn über Wissensmanagement bei der Konzeption eines Intranets gesprochen wird. Folgender Vortrag von Niels Pfläging auf der Agile User Group rief mir das wieder ins Gedächtnis – hier im Artikel habe ich die Kernaussagen mal aufgeschrieben. Letztlich geht es um die „Lernende Organisation“, also Flexibilität und Lernfähigkeit als Systemeigenschaft, nicht als prozessuales Add on:

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Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass diese Überlegungen, Wissensmanagement als systemische Eigenschaft der Organisation zu betrachten, schon Teil der Reflektionen über Enterprise 2.0 waren (hier und hier).

Außerdem erkenne ich die Kernaussage wieder, dass Wissensmanagement auch darin besteht für Austausch und Vernetzung der Systembestandteile zu sorgen. Im Grunde ist das eine Kernaussage, die so für den Lern-Event „Corporate MOOC“ ebenfalls gültig ist.

Schön wenn sich im Laufe der Zeit wieder lose Ende und Einzelthemen zu einem größeren Ganzen zusammenfinden.

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Kürzlich beim Mittagessen klickte ich spontan darauf aufbauend die folgende Graphik zusammen, und konnte sie bereits beim Kunden ausprobieren, um diese Vorstellung von Wissensmanagement zu veranschaulichen:

Ebenen des Wissensmanagements

 

 

Die erste Ebene ist die technische Ebene, klar. Die umfasst die SharePoint-Funktionen

  • Dokumentenmanagement und Search, sowie stark prozesslastige strukturierte Collaboration (Knowledge Stock)
  • Social und netzwerkartige Collaboration (Knowledge Flow)

Die zweite Ebene umfasst das interpersonale Wissensmanagement. Der Block ist bewusst halb in, halb außerhalb des grünen Rahmens, der auch bewusst nicht alle SharePoint-Funktionen umfasst. Denn interpersonales Wissensmanagement lässt sich nur zum Teil über Funktionen abbilden.

Und die dritte Ebene ist die organisationale Ebene. Diese Ebene lässt sich nicht mit Features abbilden. Allerdings sind die erste und zweite Ebene indirekt Ausprägungen. Wissensmanagement ist Systembestandteil im Sinne der Lernenden Organisation. Das betrifft die Art und Weise wie Informationen fließen und wie Führung gedacht wird, und hat deshalb Auswirkungen auf die Konzeption des Intranets.

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UPDATE 12.4.2014: Kurz nach der Veröffentlichung antwortete Simon Dückert von Cogneon auf Xing auf diesen Artikel. Genauso wie ein Kollege im Büro fragte er nach „Strategischem Wissensmanagement“ in diesem Modell:

Strategisches Wissensmanagement?

Man haue mir auf die Finger, falls ich wieder vereinfache, aber im Kern machen drei Aspekte strategisches Wissensmanagement aus:

  • Wissensmanagement ist kein Add on auf den „richtigen“ Arbeitsprozess, sondern in den Arbeitsprozess integriert
  • Wissensmanagement als Querschnittsprozess ist oben im Management aufgehängt
  • Es genießt hohe Priorität, was die bereitgestellten Ressourcen zum Ausdruck bringen

Nach diesem Verständnis verstehe ich die dritte Ebene, die organisationale, als „Strategisches Wissensmanagement“, denn wenn bewusst über die Organisationsstrukturen nachgedacht wird, ist die Geschäftsleitung als Entscheider gefragt. Daher ist das aus meiner Sicht im Modell schon implizit mit drin.

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Update 23.4.2014: In Ergänzung zu diesen Gedanken habe ich noch einen kleinen Artikel nachgeschoben, der einen bestimmten Aspekt besonders beleuchtet: MOOCs: Wissensmanagement-Methode in der Lernenden Organisation

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DISCLAIMER: Alle Inhalte in diesem Blog geben meine subjektive Meinung wieder, und entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung meines Arbeitgebers, der Firma T-Systems Multimedia Solutions.

 

 

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