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MOOCs: Wissensmanagement-Methode in der Lernenden Organisation

22. April 2014

Vor ein paar Tagen schrieb ich hier über meine derzeite Auffassung von Ebenen von Wissensmanagement: Technisch, interpersonal und organisational. Nach dem Verfassen des Artikels hatte ich wieder ein tieferes Verständnis von einem meiner Lieblingsthemen im Jahr 2013: MOOCs, Massive Open Online Courses.

Folgende Graphik bringt mein aktuelles Verständnis ganz gut auf den Punkt:

Entwicklung des Wissensmanagements

Bei Schritt 3), den „Verbindungen im System“, dachte ich an den Ansatz der Lernenden Organisation. Hier sehe ich MOOCs ganz klar als Wissensmanagement-Methode:

Lernende Organisation (LO) bezeichnet eine anpassungsfähige, auf äußere und innere Reize reagierende Organisation. Der Begriff wird in der Organisationsentwicklung (OE) verwendet. […]

Eine lernende Organisation ist idealerweise ein System, welches sich ständig in Bewegung befindet. Ereignisse werden als Anregung aufgefasst und für Entwicklungsprozesse genutzt, um die Wissensbasis und Handlungsspielräume an die neuen Erfordernisse anzupassen. Dem liegt eine offene und von Individualität geprägte Organisation zugrunde, die ein innovatives Lösen von Problemen erlaubt und unterstützt. Mechanismen, die derartige Lernprozesse unterstützen, sind [u.a.] …

  • Prozessorientierung und Selbstregulation in Gruppen
  • demokratischer und partizipativer Führungsstil, Unterstützung neuer Ideen (v. a. durch die Führung), Ideenmanagement, Integration von Personal- und Organisationsentwicklung

„Generierung von Wissen“ als Systemeigenschaft

Das Umfeld, in dem sich Unternehmen bewegen, wird beschleunigter, vielseitiger und komplexer. Die Anforderungen an Qualität und Reaktionsgeschwindigkeiten nehmen weiter zu und verlangen angemessene Reaktionen von den Firmen.

In einer klassischen tayloristischen Organisation ist das Kernverständnis eines Mitarbeiters das eines Systembestandteils, der nötig ist vorab definierte Aufgaben in einem festen Prozess zu erledigen hat. Im Grunde ist das gutgemeint, um die Firma am Laufen zu halten, um Regeln zu schaffen, mit denen man „den Laden im Griff hat“. Aber dem Wissensmanagement werden dadurch Beschränkungen auferlegt. Vermeidbare Beschränkungen.

Denn es ist nach diesem Verständnis egal, ob Informationen oder Köpfe der Gegenstand des Wissensmanagements sind: Zu oft geht es um Defizitmanagement, um Lücken zu füllen, um vorab definierte Prozesse zu erfüllen. Das passt zu einer mechanistischen Auffassung des Unternehmens, aber nicht zum Handeln unter komplexen Bedingungen, in denen immer mit Veränderung, Überraschungen, Anpassung und Lernprozessen gerechnet werden muss.

In der Lernenden Organisation werden nach meinem Verständnis nicht primär die Mitarbeiter geschult, sondern die Interaktion verbessert, also eine Systemzentrierung statt Personenzentrierung angestrebt.

Beitrag, den MOOCs liefern können

ich möchte an dieser Stelle nicht nochmal ausführen, welches Verständnis von MOOCs ich habe. Nein, es ist kein Tool. Und es ist definitiv auch nicht das damit gemeint, was Udacity oder die Khan University unter dem Label so anbieten. Details stehen hier im Artikel vom Nov. 2012.

Das ursprüngliche Verständnis von MOOCs, die konnektivistische Variante, finde ich für den Einsatz im Unternehmen viel interessanter. Eine der Grundideen lautet, dass Wissen nicht unbedingt etwas ist, das in den Köpfen gespeichert ist, sondern eine Systemeigenschaft. Dass die Verbindungen zwischen den Köpfen und Informationen die eigentliche Ressource ausmachen. Daher geht es hier es nicht die Vermittlung von Wissen, sondern um die Erzeugung von neuen Verbindungen zwischen den Systembestandteilen Informationen und Mitarbeiter:

MOOC Verbindungen zwischen den Systembestandteilen Mensch und Information

Fazit

Ein MOOC im Unternehmen ist kein Tool. MOOC ist eine Methode des Wissensmanagements. MOOC ist ein Event, um mithilfe von Social Media kollaborativ zu arbeiten und Wissen zu entwickeln.

Die Durchführung von MOOCs im Unternehmen entspricht den Prinzipien der Lernenden Organisation aus folgende Weise:

  • Ein MOOC bringt die Organisation systematisch in Bewegung, bringt Mitarbeiter und Informationen neu zusammen
  • Ein MOOC schafft damit systematisch Anregungen, die wiederum für weitere Entwicklungsprozesse genutzt werden können
  • Die Grundprinzipien sind dabei Selbstorganisation, Kooperations- und Konfliktlösungsfähigkeit, wechselseitiges Vertrauen und Teamgeist
  • Im MOOC wird Individualität von Mitarbeitern als Ressource genutzt
  • Die Lernende Organisation reagiert auf äußere und innere Reize. Im MOOC macht es keinen Unterschied ob sich Informationen (und ggf. Menschen) inner- oder außerhalb der Organisation befinden

 

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