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Open Government aus der Sicht der Nürnberger Verwaltung – #bcnue6

27. April 2014

bcnuede6Auf dem diesjährigen Barcamp Nürnberg hielt Norbert Schneider eine Session über Open Government. Er ist bei der SPD seit vielen Jahren, ist freiberuflicher Trainer für MS-Office und Soft Skills, und kennt das Verwaltungshandeln und -Denken aus eigener Erfahrung. Er hat sich selbst das Ziel gesetzt den Stimmen aus der Bürgschaft mehr Raum zu geben.

Norbert verwies auch auf eine Webseite der SPD zum Thema unter www.netzpolitik.spd-nuernberg.de. Sein Ziel sei es nach eigener Aussage, mit uns die Relevanz von Open Government Ansätzen als „Anwender“ zu diskutieren.

Ausgangslage

Soweit ich es verstanden habe wurde 2012 eine Kommission gegründet, die „NetCity“, die das Ziel verfolgte die Beteiligung der Bürger an den Entscheidungen der Stadt zu fördern. Dabei war der Grundgedanke von Anfang an vorhandene Impulse in der Bürgerschaft aufzunehmen und zu verstärken. Dazu wurde wohl 2012 auch ein großer Zeitungsartikel veröffentlicht mit dem Ziel eine Diskussion anzustoßen über die Möglichkeiten von Open Government – in der Verwaltung und in der interessierten Öffentlichkeit. Die Resonanz sei sehr gering gewesen, über die Ursachen könne nur vermutet werden.

Zielsetzung für Open Government unter POA_Feb2012_NetCity.pdf

Die Datei POA_Feb2012_NetCity.pdf ist aus der Zeit und enthält die Ziele, die 2012 postuliert – und nicht erreicht – wurden:

  • Einführung des Beteiligungsinstruments der E-Partizipation
  • Einführung eines medienbruchfreien Anliegen- und Beschwerdemanagements
  • Steigerung der Verwaltungstransparenz durch „Open Data“
  • Implementierung eines einheitlichen Ansprechpartners für den Informations- und Kommunikationssektors sowie Verbesserung der Breitbandversorgung
  • Einführung eines Mitarbeiterserviceportals

Internes Papier der Nürnberger Verwaltung

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MOOCs: Wissensmanagement-Methode in der Lernenden Organisation

22. April 2014

Vor ein paar Tagen schrieb ich hier über meine derzeite Auffassung von Ebenen von Wissensmanagement: Technisch, interpersonal und organisational. Nach dem Verfassen des Artikels hatte ich wieder ein tieferes Verständnis von einem meiner Lieblingsthemen im Jahr 2013: MOOCs, Massive Open Online Courses.

Folgende Graphik bringt mein aktuelles Verständnis ganz gut auf den Punkt:

Entwicklung des Wissensmanagements

Bei Schritt 3), den „Verbindungen im System“, dachte ich an den Ansatz der Lernenden Organisation. Hier sehe ich MOOCs ganz klar als Wissensmanagement-Methode:

Lernende Organisation (LO) bezeichnet eine anpassungsfähige, auf äußere und innere Reize reagierende Organisation. Der Begriff wird in der Organisationsentwicklung (OE) verwendet. […]

Eine lernende Organisation ist idealerweise ein System, welches sich ständig in Bewegung befindet. Ereignisse werden als Anregung aufgefasst und für Entwicklungsprozesse genutzt, um die Wissensbasis und Handlungsspielräume an die neuen Erfordernisse anzupassen. Dem liegt eine offene und von Individualität geprägte Organisation zugrunde, die ein innovatives Lösen von Problemen erlaubt und unterstützt. Mechanismen, die derartige Lernprozesse unterstützen, sind [u.a.] …

  • Prozessorientierung und Selbstregulation in Gruppen
  • demokratischer und partizipativer Führungsstil, Unterstützung neuer Ideen (v. a. durch die Führung), Ideenmanagement, Integration von Personal- und Organisationsentwicklung

„Generierung von Wissen“ als Systemeigenschaft

Das Umfeld, in dem sich Unternehmen bewegen, wird beschleunigter, vielseitiger und komplexer. Die Anforderungen an Qualität und Reaktionsgeschwindigkeiten nehmen weiter zu und verlangen angemessene Reaktionen von den Firmen.

In einer klassischen tayloristischen Organisation ist das Kernverständnis eines Mitarbeiters das eines Systembestandteils, der nötig ist vorab definierte Aufgaben in einem festen Prozess zu erledigen hat. Im Grunde ist das gutgemeint, um die Firma am Laufen zu halten, um Regeln zu schaffen, mit denen man „den Laden im Griff hat“. Aber dem Wissensmanagement werden dadurch Beschränkungen auferlegt. Vermeidbare Beschränkungen.

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Governance-Begriff der IT: Was die Politikwissenschaft beitragen könnte (1)

14. April 2014

Manchmal bin ich ein bisschen genervt. Z.B. immer dann wenn nach meinem Empfinden Dinge mit einem Wort bezeichnet werden, die eigentlich kaum zueinander passen, wie z.B. bei „Collaboration„. Und auch dann, wenn ein Begriff kopiert, und die Hälfte der Bedeutung dabei vergessen wird. Nein, ich meine hier jetzt mal nicht MOOC, ich meine in dem Fall: Governance.

IT-Governance

In der IT begegnet mir der Begriff als Consultant ständig. Governance meint aus meiner Sicht ein detailliertes Konzept, um eine Umgebung zu betreiben, und sie vor allem im Betrieb zu verwalten/steuern. Das beschreibt die Architektur der Plattform, die Prozesse, die Benutzerverwaltung inkl. Rollenkonzept, Site Templates und Provisioning-Vorgänge (um chaotisches Wachstum zu vermeiden oder Aktualität der Inhalte zu gewährleisten) und vieles mehr… Zusammengefasst ist das IT-Governance-Konzept ein Regelwerk, das exakt beschreibt was geliefert wird, in allen Ausprägungen.

Das ist alles richtig, und wichtig. Ganz klar. Als Bild stell ich mir so ein Konzept gern so vor:

(c) Pixelio: Dieter Schutz

(c) Pixelio: Dieter Schutz

Was aber stört mich daran?

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Mein aktuelles 3-Ebenen-Verständnis von Wissensmanagement

7. April 2014

In letzter Zeit denke ich wieder viel über Wissensmanagement nach, und welche Ebenen es gibt, die ich als SharePoint-Consultant bei der Konzeption eines Intranets beim Kunden berücksichtigen sollte. Indirekt war es der Umgang mit komplexen Herausforderungen, die mich wieder auf das Thema gebracht hat.

Die folgende Graphik fasst zusammen, wie ich aktuell die Dimensionen des Wissensmanagements wahrnehme, auch in einer chronologischen Entwicklung. Gute Frage, ob das so stimmt, aber für mich stellt es sich so dar. … Der jeweils darunterstehende Text listet die typischen Fragen und Anforderungen auf:

Entwicklung des Wissensmanagements

Bereich 3) „Verbindungen im System“ ist davon der neueste Ansatz, und einer der noch nicht allzu oft Teil der Diskussion ist, wenn über Wissensmanagement bei der Konzeption eines Intranets gesprochen wird. Folgender Vortrag von Niels Pfläging auf der Agile User Group rief mir das wieder ins Gedächtnis – hier im Artikel habe ich die Kernaussagen mal aufgeschrieben. Letztlich geht es um die „Lernende Organisation“, also Flexibilität und Lernfähigkeit als Systemeigenschaft, nicht als prozessuales Add on:

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Studie: Teilen von implizitem Wissen ist mit IT möglich, aber Belege fehlen noch immer

3. April 2014

UnbenanntMein geschätzter Kollege Behdad steckte mir vor ein paar Tagen eine Studie aus dem Jahr 2013 zu (Link zur PDF), die ich wirklich interessant fand, und die Kernaussagen hier gern kurz wiedergeben möchte.

Kernfrage der Studie:

Welche wissenschaftliche Debatten gibt zur Frage, ob das Teilen von impliziten Wissen durch IT möglich und leichter ist?

Ergebnis:

Es gibt zwei Schulen. Die eine stellt diese Möglichkeit der IT grundsätzlich in Frage, ist aber die Minderheit. Die Mehrheit bejaht das.

Es existieren im wissenschaftlichen Diskurs zwar signifikante theoretische Ansätze, warum das Teilen von impliziten Wissen möglich ist. Aber es fehlen erstaunlicherweise empirische Belege, dass das wirklich so ist.

***

Das hat mich doch sehr überrascht. Die Studie ist eine Literaturstudie, und evaluierte welche Studien es zum Thema gibt, um ein möglichst vollständiges Bild zum aktuellen Forschungsstand zu bekommen. Angesichts der seit Jahren währenden Diskussion in der IT-Branche über ROI von Social Media / Web 2.0 im Intranet hätte ich empirische Belege erwartet.

Wenn man ehrlich wäre, müsste man dem Kunden also sagen dass wir zwar begründete Annahmen haben, warum das eine tolle Sache für das Unternehmen ist. Aber dass es wissenschaftlich bis heute nicht belegt ist. Macht mir persönlich kein gutes Gefühl.

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Die Literaturstudie zeigt, dass die meisten angenommenen Schwierigkeiten eine zusätzliche organisationale Dimension haben, das Teilen von impliziten Wissen überhaupt zuzulassen:

  • Mechanismen des Teilens
  • Ausprägung des Impliziten (in Abgrenzung zu Explizitem Wissen)
  • Verwendete Medien und soziale Verwendung
  • Mangel an Vertrauen

Folgende Fragen werden in der Conclusion für weiterführende Forschung vorgeschlagen:

  1. How and to what extend are social web toos effective in faciliating tacit knowledge sharing?
  2. What are the potentials of social web technologies in this regard?
  3. How do social web platforms comply with the requirements of tacit knowledge sharing?
  4. What is needed to improve the capacity of social web initiatives in this regard?
  5. What are the capabilities of different social web tools?
  6. What are the barriers (technical, legal, motivational…)

Ich hätte ja erwartet dass wenigstens die Fragen 5 und 6 bereits erschöpfend beantwortet wären. Zumal ich hier keine Möglichkeit sehe empirische Belege zu liefern. Aber anscheinend ist dem nicht so …

 

Was ist Collaboration? (5) = Structured Collaboration + Social Collaboration?

1. April 2014

Das Problem: Ein Begriffswirrwar

Manchmal bin ich genervt. Immer dann wenn nach meinem Empfinden Dinge mit einem Wort bezeichnet werden, die eigenltlich kaum zueinander passen. Vor allem dann, wenn die der einheitliche Begriff eher für Verwirrung sorgt, statt für Klarheit zu sorgen. Stellen Sie sich z.B. vor, jemand würde Stockholm, Neapel, und alles was dazwischen liegt, einfach als „Europa“ bezeichnen. Das wäre noch ok, wenn es um die Abgrenzung gegenüber „Nicht-Europa“ geht, aber die Unterschiede in Lage, Architektur und Kultur würde der einheitliche Begriff eher verdecken als herausarbeiten.

Genauso geht es mir mit dem Begriff „Collaboration„.

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UPDATE 12.4.2014: In der Wissenschaft gibt es die schöne Tradition, in einer wissenschaftlichen Arbeit zu benennen, um was es geht, und auch um was es ausdrücklich nicht geht. Das sollte ich als Blogger mit meinem Schwerpunkt auch öfter machen. Also …

Gegenstand des Artikels oben war meine Unzufriedenheit mit dem Begriff “Collaboration”, darunter wird zuviel zu unterschiedliches subsummiert, worunter wieder die Aussagekraft leidet.

Nicht Gegenstand des Artikels sind weitergehende Überlegungen, inwieweit sich “Collaboration” von “Cooperation” oder “Communication” abgrenzt. So ein Blogartikel ist halt doch ein bisschen begrenzter… Danke an die Kommentatoren für die vielen Anregungen! 🙂

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Collaboration taugt als Begriff noch ganz gut, um Vorgänge zu beschreiben, die man salopp bezeichnen kann „als das, was Menschen im Arbeitsprozess miteinander machen“. Die Unterschiede, wie Menschen zusammenarbeiten, beschreibt der Begriff allerdings nicht. Mein Unbehagen habe ich vor einiger Zeit schon mal in einem Artikel zusammengefasst, aus dem die folgende Graphik stammt:

 

Was ist Collaboration 4Die Graphik zeigt von links nach rechts unterschiedliche Kontexte von Zusammenarbeit, die deutlich machen dass es sich hierbei nicht um die gleiche Art von Arbeitsprozess handeln kann – auch wenn der Oberbegriff dafür oft der gleiche ist.

Diese Begriffsunschärfe ist für uns Consultants ein Problem, da es die Konzeption von Lösungen schwieriger macht, sowie der dazugehörigen Einführungsstrategien. Und es macht Probleme für den Kunden, weil es unnötig schwer fällt, die eigenen Bedürfnisse zu bschreiben.

Folgende Varianten nehmen ich wahr, im beruflichen Alltag, in Fachbeiträgen, in Blogs:

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Volkshochschulen: MOOC als dezentrale Organisationsentwicklungsmaßnahme

26. März 2014

Wecke den Riesen aufIm anregenden Blog von Karlheinz Pape stieß ich mal wieder auf einen interessanten Artikel, in dem er sich mit dem vhsMOOC vom vergangenen Jahr befasst. KH Pape skizziert erst die gegenwärtige Situation der deutschen Volkshochschulen, die sich in ca. 900 jeweils eigenständige Bildungsanbieter aufteilen – abgesehen von den großstädtischen Ausnahmen eher kleine Bildungsanbieter mit wenig Ressourcen. Kooperationen sind selten, und das Selbstverständnis in Zeiten des Internets ist noch unklar. Daher auch der Titel des vhsMOOCs: „Wecke den Riesen auf!“

Der vhsMOOC kam auf Initiative von einzelnen Personen zustande, mit dem Ziel sich Gedanken darüber zu machen wie sich die VHS weiterentwickeln kann. KH Pape nennt diesen MOOC daher auch im Titel eine „Organisationsentwicklung von unten – bei Volkshochschulen„:

Ohne irgendeinen offiziellen Auftrag starteten am 16. September 2013 ein paar aktive VHS-Mitarbeiter aus verschiedenen Städten ein ganz besonderes und öffentliches Projekt für alle VHS-Mitarbeiter, Kursleiter und weitere Interessierte, den vhsMOOC mit dem interessanten Titel “Wecke den Riesen auf”. Massive Open Online Courses mit tausenden Teilnehmern sind einer der Anläße für VHS sich zu erneuern.

Dieser MOOC hatte gleich zwei Ziele: Möglichst vielen VHS-Akteuren eine eigene MOOC-Erfahrung zu vermitteln, und gleichzeitig die Diskussion über neues Lernen in den VHS zu führen. Eine Organisationentwicklungs-Maßnahme von unten also. Die hat immerhin 700 Teilnehmende aus ganz Deutschland erreicht, die sich auf vielfältigen Social Media-Kanälen von Facebook über YouTube und Blogs bis Twitter zur Neugestaltung von Lernen ausgetauscht haben. Wie bei jedem Kurs, hatte auch der vhsMOOC ein Ende, am 10. November 2013.

Und hier die Bewertung durch KH Pape:

Besser könnte sich auch eine hierarchisch geführte Organisation so einen Change-Prozess-Start nicht ausdenken. Da scheint die Zersplitterung in 900 unabhängige Einheiten sogar vorteilhaft zu sein. Wäre das eine Groß-Organisation mit Behörden-Struktur, dann gäbe es vermutlich diesen Prozess noch gar nicht. Ein aus meiner Sicht ermutigendes Zeichen für das Möglichmachen einer funktionierenden Netzwerk-Struktur unter den weiter selbständig agierenden VHS.

 

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